Grippeimpfstoff Weltweit erste Produktionsanlage für Zellkultur-Grippeimpfstoff eröffnet
Eine in Marburg entwickelte Technologie ermöglicht erstmals die Produktion von Grippeimpfstoff im industriellen Maßstab unabhängig von Hühnereiern und eine flexiblere Bereitstellung des Impfstoffs.
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Marburg - Novartis Behring feiert eine Weltpremiere: Im Werk Marburg eröffnen Dr. Daniel Vasella, CEO Novartis, Dr. Jörg Reinhardt CEO Novartis Vaccines & Diagnostics, und Dr. Markus Leyck Dieken, Geschäftsführer Novartis Behring, gemeinsam mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Hessens Ministerpräsident Roland Koch die weltweit erste kommerzielle Produktionsanlage für einen Zellkultur-Grippeimpfstoff. Die Technologie der neuen Anlage, die in den vergangenen zehn Jahren in Marburg entwickelt und konstruiert wurde, ermöglicht erstmals eine industrielle Herstellung von Grippeimpfstoff mit Hilfe spezieller Zellkulturen anstelle der bisher verwendeten Hühnereier.
„Der neue Herstellungsprozess wird nach unserer Einschätzung wegweisend für die Grippeimpfstoffproduktion sein und große Auswirkungen auf den internationalen Impfstoffmarkt haben.“, sagt Dr. Jörg Reinhardt, CEO Novartis Vaccines and Diagnostics. „Wir sind stolz, dass unsere Experten mit dieser Weltpremiere einen weiteren Meilenstein in der Impfstoffentwicklung von Novartis Behring gesetzt haben“, so Reinhardt.
Für Dr. Markus Leyck Dieken ergeben sich aus der Neuentwicklung vor allem Vorteile für den Schutz der Bevölkerung vor der Grippe: „In Zukunft können wir bei einem außerplanmäßigen Bedarf schneller und flexibler Grippeimpfstoff bereitstellen, da lange Vorlaufzeiten für die Beschaffung von Eiern entfallen.“
Novartis Behring hat bisher allein am Standort Marburg rund 60 Millionen Euro in die neue Produktionsanlage investiert. Bis zum finalen Ausbau der drei Fertigungslinien der Anlage werden in Marburg außerdem mehr als 150 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden sein. Das geschlossene, kontrollierte System der neuen Anlage erlaubt die industrielle Herstellung eines hochgereinigten Impfstoffs, bei dem auf den Zusatz von Antibiotika verzichtet werden kann. Da außerdem keine Spuren von Hühnerei enthalten sind, können damit erstmals auch Menschen mit Allergien gegen Hühnereiweiß durch Impfung vor der Grippe geschützt werden. Im Juni 2007 hatte der Zellkultur-Grippeimpfstoff die Zulassung für den europäischen Markt erhalten. Novartis Behring plant nach Erteilung der saisonalen Freigabe für den Impfstoff durch die Europäische Arzneimittelagentur noch in der Grippesaison 2007 / 2008 die Markteinführung.
Die Einweihung der Anlage findet passend zum Beginn der neuen Grippe-Impfsaison statt. Die echte Virusgrippe oder Influenza gilt unter Experten derzeit als eine der bedrohlichsten Infektionen. Allein in Deutschland sterben pro Jahr bis zu 15.000 Menschen an der Grippe und deren Folgeerkrankungen. Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung ist die Schutzimpfung. Diese muss jedes Jahr wiederholt werden, da ständig leicht veränderte Viren auftreten. In der vergangenen Saison betrug die Durchimpfungsrate in Deutschland nur 28 %. Damit lag Deutschland im internationalen Vergleich auf einem der hinteren Ränge. Die Weltgesundheitsorganisation fordert eine Impfung von mindestens 75 % der besonders gefährdeten Risikogruppen. Dazu zählen neben Älteren ab 60 Jahren auch chronische Kranke, medizinisches Personal und Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko aufgrund vieler beruflicher Kontakte. Die Einführung neuer, verbesserter Impfstoffe könnte dazu beitragen, die Motivation zur Grippeimpfung in der Bevölkerung zu erhöhen.
Über Novartis
Novartis Behring in Marburg ist der deutsche Standort des Impfstoffherstellers Novartis Vaccines and Diagnostics. In Deutschland hat der Impfstoffhersteller eine mehr als 100-jährige Tradition, die auf den Firmengründer Emil von Behring zurückgeht, den ersten Träger des Medizin-Nobelpreises. In Deutschland ist Novartis Behring führender Spezialist bei Influenza- und FSME-Impfstoffen. Am Standort Marburg werden neben Grippe- und FSME-Impfstoff u.a. auch Impfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus und Tollwut hergestellt.
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