„Plastics Transition Roadmap“ Weg mit dem fossilen Erbe: So will die Kunststoffindustrie nachhaltiger werden

Quelle: Plastics Europe 3 min Lesedauer

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Plastics Europe strebt an, bis 2050 65 % der fossilen Ressourcen in der Kunststoffproduktion durch zirkuläre Rohstoffe aus Biomasse, recycelten Materialien und Kohlenstoffabscheidung (CCU) zu ersetzen. Die „Plastics Transition Roadmap“, entwickelt in Zusammenarbeit mit Deloitte, legt nun konkrete Maßnahmen und Ziele fest, um den Anteil weiter zu steigern.

Plastics Europe, der Verband der europäischen Kunststoffhersteller präsentiert einen Aktionsplan zur Defossilisierung der Kunststoffindustrie. (Bild:  frei lizenziert / Pexels)
Plastics Europe, der Verband der europäischen Kunststoffhersteller präsentiert einen Aktionsplan zur Defossilisierung der Kunststoffindustrie.
(Bild: frei lizenziert / Pexels)

Die über 100 Kunststoff- und Chemieunternehmen, die sich unter dem Dach von Plastics Europe zusammenfinden, möchten den Anteil fossiler Ressourcen in der Kunststoffproduktion bis 2050 zu 65 % durch zirkuläre Rohstoffe aus Biomasse, recycelten Materialien und Kohlenstoffabscheidung (CCU) ersetzen. In Europa werden schon heute 19,5 % aller Kunststoffe aus zirkulären Rohstoffen hergestellt. Die „Plastics Transition Roadmap“ enthält nun konkrete Maßnahmen, Meilensteine und Zielvorgaben, um den Anteil von zirkulären Kunststoffen weiter zu steigern. Damit der ambitionierte Plan aufgeht, braucht es allerdings auch die Unterstützung der Bundesregierung und der EU-Kommission.

„Die Plastics Transition Roadmap, die wir gemeinsam mit Deloitte entwickelt haben, zeigt auf, wie wir die CO2-Emissionen in der Kunststoff-Wertschöpfungskette bis 2030 um 28 % senken und die Industrie bis 2050 in eine klimaneutrale Kreislaufwirtschaft überführen können“, erklärt Ingemar Bühler, Hauptgeschäftsführer von Plastics Europe Deutschland. Mit der Unterstützung der Bundesregierung und der Europäischen Kommission könnten die europäischen Kunststoffhersteller nach seinen Worten den Anteil von zirkulären Rohstoffen in der Kunststoffproduktion bis 2030 auf 25 % erhöhen und bis 2050 auf 65 % steigern. Die zusätzlichen Investitionen und Betriebskosten, die es braucht, um dieses Ziel zu erreichen, belaufen sich dem Verband zufolge auf geschätzt 235 Milliarden Euro.

„Um die europäischen Klima- und Kreislaufziele zu erreichen, müssen viele Hebel in Bewegung gesetzt werden“, ergänzt Alexander Kronimus, Geschäftsführer Klima- und Kreislaufwirtschaft, bei Plastics Europe Deutschland.

Produkte müssten in erster Linie so hergestellt werden, dass sie weniger Material verbrauchen und leichter recycelt werden können. Zudem müsse der Ausbau von Mehrwegsystemen und kreislauforientierte Geschäftsmodelle gefördert werden. Zudem fordert der Verband die Schaffung von Rahmenbedingungen, damit Unternehmen auch unter den aktuell sehr schwierigen Wettbewerbsbedingungen in Technologien investieren können, die es möglich machen, den Anteil von Kunststoffen aus alternativen Rohstoffquellen wie Biomasse, mechanischem und chemischem Recycling sowie CO2 aus Kohlenstoffabscheidung weiter zu steigern. „Es braucht aber auch Investitionen in moderne Anlagen zum Sammeln, Sortieren und Recyceln von Kunststoffabfällen, verbindliche Rezyklateinsatzquoten, sowie ein EU-weites Deponierungsverbot und eine Ausdehnung der erweiterten Herstellerverantwortung. In der Plastics Transition Roadmap haben wir einen Plan mit kurz- und mittelfristigen Maßnahmen skizziert, wie die Bundesregierung und die Europäische Kommission diese Transformation unterstützen können“, so Kronimus.

Bettina Dempewolf, Kommunikationsleiterin bei Plastics Europe Deutschland, hat die Bedeutung der Roadmap hervorgehoben und betont, dass die „Plastics Transition Roadmap“ als Kompass für den Weg zu einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft diene. Sie unterstütze dabei, die richtigen Prioritäten zu setzen und mögliche Hindernisse bei der Transformation frühzeitig zu erkennen. Laut Dempewolf ist die europäische Kunststoffindustrie führend in der Entwicklung zirkulärer Kunststofftechnologien, insbesondere im Bereich der Verwertung und des Recyclings von Kunststoffabfällen. Dennoch äußert sie große Sorge über das Investitionsklima in Europa und warnt vor den schweren Marktbedingungen, die zu einer steigenden Abhängigkeit von Importen und zu Einschränkungen für europäische Unternehmen bei nachhaltigen Investitionen führen könnten. Sie fordert daher von der Bundesregierung gezielte Maßnahmen, um Investitionen in umweltfreundliche Technologien zu ermöglichen und den Einsatz von zirkulären Kunststoffen zu fördern, beispielsweise durch die Einführung von verbindlichen Rezyklateinsatzquoten in der EU-Verpackungsverordnung und dem UN-Plastikabkommen sowie durch die Anerkennung von zielgerichteten Massenbilanzen für zirkuläre Rohstoffe. Dempewolf hebt hervor, dass das Wachstum der zirkulären Kunststoffe in Europa bereits das der fossilen um das 16-fache übertrifft und betont, dass die richtigen Weichen noch in dieser Legislaturperiode gestellt werden müssen, damit die Kunststoffhersteller den Anteil an zirkulären Rohstoffen in der Produktion weiter steigern können.

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