Neue Controller und Messumformer Wago gibt positive Signale bei der Signalverarbeitung mit Microcontrollern und Messumformern
Die Einstellung stimmt in der Krise ebenso wie die Mannschaftsleistung, stellt Wago-Chef Sven Hohorst vor der Fachpresse klar. Untermauern kann er dies durch eine Reihe neuer Entwicklungen im Bereich Controller und Messumformer.
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Dresden - "Wenn sie an die Zukunft glauben, macht es keinen Sinn, Leute zu erlassen!", dieser und weitere denkwürdige Sätze prägten die Jahrespressekonferenz von Wago. Gesprochen wurden sie vom geschäftsführenden Gesellschafter Sven Hohorst. Zwar muss auch er einen deutlich sinkenden Umsatz präsentieren (um 16% von 453 Millionen Euro auf 380 Millionen Euro im Jahr 2009), betont dennoch den guten Zustand des Unternehmens auf der diesjährigen Fachpressekonferenz in Dresden: "In der Krise sind Innovationen besonders willkommen," daher sei es besonders schön, dass zum jetzigen Zeitpunkt einige Neuentwicklungen präsentiert werden könnten. Um diese Innovationen zu erarbeiten "haben wir vom Grundsatz her die Investitionen in F&E nicht herunter gefahren. Vielmehr machen wir da weiter, wo wir vor der Krise waren!", bestätigt Hohorst den eingeschlagenen Kurs. Und schiebt hinterher: "Sie sehen heute Produkte, in deren Entwicklung wir mehr als 20 Millionen Euro investiert haben."
Ethernet Controller mit doppelter Taktfrequenz
Dr. Thomas Albers, technischer Leiter des Bereiches Automation, erläutert im Detail, woraus diese Investitionen bestehen. Den Beginn macht ein neuer „Ethernet-Controller 2.0“. "Der neue Controller besitzt eine doppelt so hohe Taktfrequenz als das bisherige Wago-Gerät sowie eine verbesserte interne Verarbeitungsstruktur mit einer Antwortzeit zwischen zwei und drei Millisekunden." betont Albers den Fortschritt, denn "sonst sind 10 Millisekunden üblich!". Diese Änderungen führen zu einer um 100% schnelleren Abbarbeitung der SPS-Programme.
In seiner Funktion als Bindeglied zwischen verschiedensten Signalen aus dem Feld und den IT-Anwendungen lässt sich der neue Controller zudem gut in IT-Strukturen einbinden, wie Albers erläutert. Die integrierte SPS (programmierbar nach IEC 61131-3) sei darüber hinaus multitaskingfähig.
Einfache Vernetzung des Feldbusses
Ein weiterer Nutzen für den Anwender: Durch den 1-Mbyte-Programmspeicher und den 512-kbyte-Datenspeicher und 32-kbyte-Remanentspeicher können u.a. größere SPS-Programme gespeichert sowie mehr Web-Seiten und Rezepturen abgelegt werden. Ein integrierter Switch vereinfacht die Vernetzung des Feldbusses in Linientopologie. Dadurch kann auf separate Switches im Netzwerk weitgehend verzichtet werden. Die IP-Adresse lässt sich zusätzlich über DIP-Schalter einstellen, was die Inbetriebnahme vereinfacht. Der Controller unterstützt die üblichen Netzwerkprotokolle sowie Modbus/TCP und EtherNet/IP.
Der ebenfalls neu vorgestellte neue Ethernet-Koppler (750-352) hat erstmals zwei Ethernet-Schnittstellen, die über einen integrierten Switch zur Verfügung gestellt werden. Wie schon beim Controller erleichtern sie die Verdrahtung des Feldbusses in Linientopologie. Mit einem DIP-Schalter kann das letzte Byte der IP-Adresse sowie der Bezug der IP-Adresse vorgegeben werden und erleichtert damit die Inbetriebnahme. Der neue Koppler unterstützt wie der Controller die Feldbuskommunikation mit Ethernet/IP und Modbus/TCP. Auf die Frage, wann es die neuen Bauteile am Markt geben werde antwortet Albers: "Beide werden Anfang des 2. Quartals lieferfähig sein."
Messumformer für nicht Ex-Bereiche
Neben weiteren Neuerungen aus der Verbindungstechnik bietet sich ein Produkt besonders für den Einsatz in den Prozessindustrien an. Ob Prozess-, Abwasser- und Energietechnik oder Maschinen- und Anlagenbau, der Universalt-Trennverstärker (857-402) aus der Jumpflex-Familie findet mit seinem frei skalierbaren Messbereich in vielen Branchen Verwendung, wie Albers betont. Die möglichen Eingangssignale reichen von ± 0,3 mA bis ± 100 mA und ± 60 mV bis ± 200 V. Bis zu 456 Signalkombinationen sind werksseitig kalibriert und haben gleichbleibende Genauigkeitswerte, auch nach einer Bereichsumschaltung.
Der Zero-Span-Abgleich erfolgt über ”Teach-in”-Schalter. Damit sei der Trennverstärker über den gesamten Messbereich ohne Einschränkungen skalierbar. Da keine Potentiometer verwendet werden, schränkt auch kein Endanschlag den Messbereich ein. Das Gerät kann in vibrierenden Applikationen eingesetzt werden, da das Modul samt "Teach-in"-Schalter rüttelsicher ist. Der Universal-Trennverstärker kann mit der Funktion "Clipping" zwischen begrenzendem und analogem Verhalten umgeschaltet werden. In dieser Betriebsart wird das Ausgangssignal auch bei einer Überschreitung des Messbereiches auf dem Minimal- bzw. Maximalwert eingefroren. Eine reversible Sicherung schützt den Eingangsstrombereich effektiv vor Überlastung.
Nach den Vorstellungen der neuen Bauteile können sich die anwesenden Journalisten von der Handhabung überzeugen, genauso wie das Publikum auf den kommenden Fachmessen, auf denen Wago die Produkte ausstellen wird, wie auf der Hannover Messe 2010 in Halle 11, Stand C64.
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