Kohlenstoffkreislauf Wacker meldet erfolgreiche CO2-Abscheidung aus der Siliciumproduktion

Quelle: Wacker 2 min Lesedauer

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Dem Chemiekonzern Wacker ist es gelungen, bei der Produktion von Silicium entstehendes Kohlenstoffdioxid (CO2) abzuscheiden. Das Projekt wurde mit der Technologie und dem Know-how des norwegischen Joint Ventures von SLB und Aker Carbon Capture in Norwegen umgesetzt.

In Holla stellt Wacker rund ein Drittel seines für die Produktion benötigten Siliciummetalls her. Hier wurde Carbon Capture erfolgreich pilotiert.(Bild:  Hartmut Nägele/ Wacker)
In Holla stellt Wacker rund ein Drittel seines für die Produktion benötigten Siliciummetalls her. Hier wurde Carbon Capture erfolgreich pilotiert.
(Bild: Hartmut Nägele/ Wacker)

Am norwegischen Produktionsstandort in Holla hat Wacker ein Abscheideverfahren für CO2 erprobt. Das Unternehmen stellt dort aus Quarz und Kohlenstoff Silicium für seine Siliconprodukte her. Bei dieser Reaktion entsteht ein großer Teil der für Wacker und seine Produkte relevanten CO2-Emissionen. Durch den nun erprobten Abscheideprozess wird das Treibhausgas wieder nutz- bzw. speicherbar gemacht und nicht freigesetzt. Ein wichtiger Schritt hin zu einer Net-Zero-Chemieproduktion.

Die Technologie für die Abscheidung lieferte ein Joint Venture zwischen SLB und Aker Carbon Capture. SLB-ACC JV ist spezialisiert darauf, CO2 aus Abgasen industrieller Großprozesse abzuscheiden, inklusive sogenanntes „unvermeidbares“ CO2. Dieses entsteht zum Beispiel bei der Herstellung von Rohsilicium. Wacler stellt diesen wichtigen Rohstoff an seinem Standort in Holla her – als Basis für Mikrochips, Solarmodule und für die gesamte Bandbreite an Siliconen.

Die mobile Versuchsanlage (MTU) von SLB ACC JV wurde am Standort von Wacker in Holla installiert. Die MTU ist eine komplette CO2-Abscheidungsanlage in kleinem Maßstab. Das bei der Herstellung von Silicium entstehende Abgas gelangte über eine Leitung direkt in die Pilotanlage. Dort wurde nach dem chemischen Verfahren der Aminwäsche Kohlenstoffdioxid abgeschieden. Bei der Aminwäsche löst eine aminhaltige Waschflüssigkeit gezielt den Rohstoff CO2 aus dem Gasgemisch heraus. Im großindustriellen Prozess wird das CO2 danach durch Desorption von der Flüssigkeit getrennt, abgekühlt, unter Druck verflüssigt und gereinigt.

Wacker hat das Verfahren der Aminwäsche und die Abscheidung von Kohlenstoffdioxid zum ersten Mal an einem eigenen Prozess demonstriert. Die Testkampagne wurde Ende Juni erfolgreich abgeschlossen. Abscheideraten von über 95 % wurden erreicht. Darüber hinaus wurden die Prozessparameter eingehend untersucht und validiert. Damit gewann das Projektteam wichtige Informationen für die großtechnische Umsetzung. Parallel dazu lief bei Wacker und SLB-ACC JV eine ingenieurtechnische Machbarkeitsstudie. Darin wurde ein Anlagenaufbau entworfen, der ein CO2-Abscheidevolumen von jährlich 180.000 Tonnen vorsieht. Diese Berechnungen wurden nun um die aus der Praxis gewonnenen Daten ergänzt.

„Die Ergebnisse der Pilotstudie sind für uns ein großer Erfolg. Wir haben gezeigt, dass es mit dieser Technologie möglich ist, CO2 effektiv abzuscheiden.“, sagt Wacker-Vorstandsvorsitzender Christian Hartel.

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