Anlagenplanung Verbundsimulator vereinfacht Anlagenplanung
Wie wirkt sich die Inbetriebnahme einer geplanten Neuanlage auf einen großen Produktionsverbund aus? Wie kann sie möglichst passgenau in die vorhandenen Strukturen integriert werden? Mit solchen Fragestellungen werden Anlagenplanungsteams häufig zu Beginn eines Projektes konfrontiert.
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Angesichts der hochintegrierten Produktion am Standort Ludwigshafen stehen die Planer von BASF häufig vor keiner leichten Aufgabe. Welche Auswirkungen ein Projekt auf alle vor- und nachgelagerten Produktionsanlagen hat, musste bisher in mühseliger Einzelarbeit untersucht werden. Jetzt errechnet dies der Verbundsimulator, ein Computerprogramm, das die Bilanzierung aller chemischen Stoffumsetzungen und Energieströme ermöglicht.
Der Simulator soll vor allem in Genehmigungsverfahren von größeren Investitionsverhaben und bei der Vorbereitung strategischer Entscheidungen auf Standortebene eingesetzt werden. Zuständig ist ein Team der Einheiten Weiterentwicklung Verbundstrukturen Ludwigshafen (WLS/V) und Conceptual Process Engineering (GIC/P).
Datenflut richtig koordinieren
Insgesamt wurden Informationen aus rund 200 Betrieben mit 1700 Produktionsstätten und rund 5800 verschiedenen Hauptprodukten zusammengetragen. Für die Herstellung dieser Produkte sind rund 17 500 Rezepte zu berücksichtigen, um alle Rohstoff- und Produktströme berechnen zu können. Ebenso müssen die Daten zu Anlagenkapazität und Energiebilanz erfasst sein. Da der Verbund sich ständig weiterentwickelt, müssen die Verbundsstruktur und die Rezepte des Standortmodells immer wieder neu angepasst werden.
Der Großteil der erforderlichen Daten wird monatlich direkt aus dem zentralen SAP-System aktualisiert. Um eine neue Anlage zu integrieren, wird dem Programm ein neues Rezept mit Stoff- und Energiedaten sowie die Kapazität und Betriebszeit vorgegeben. Nach Durchführung der Simulationsrechnung erhält man dann die Auswirkungen auf alle anderen Anlagen sowie Stoff- und Energieströme im Verbund.
Zusätzlich bieten die Aktivitäten des Teams Verbundsimulation auch einige Serviceleistungen. Operative Bereiche können das Instrument zur Produktionsplanung einsetzten. Außerdem können sich die Beriebe auf eine Intranetseite regelmäßig über den aktualisierten Stand ihrer Basisdaten, z.B. Produktionsmengen, Rezepturen, anzeigen lassen.
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