Armaturen Umsatz ist nicht alles: Armaturenhersteller ächzen unter Einkaufspreisen

Von Dominik Stephan 2 min Lesedauer

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Eigentlich klingt ein Umsatzplus von zwölf Prozent mitten in der Wirtschaftskrise phänomenal – eigentlich. Denn aufgrund massiv gestiegener Einkaufs- und Energiepreise bleibt von diesen erfreulichen Zahlen kaum etwas übrig und die Zukunft ist unsicher. Insbesondere das Chinageschäft muss Federn lassen.

Chinas Schwäche,Deutschlands Krise? Immerhin das Wiedererstarken der USA gibt Zuversicht.(Bild:  VDMA)
Chinas Schwäche,Deutschlands Krise? Immerhin das Wiedererstarken der USA gibt Zuversicht.
(Bild: VDMA)

Was vom Tage übrig blieb: Zwölf Prozent Umsatzplus, das klingt nicht übel - in einer Wirtschaftskrise allemal. Doch die enorme Inflation frisst den deutschen Industriearmaturenherstellern ihre schöne Zahlen: Preisbereinigt bleibt noch ein mageres Prozentchen Plus übrig, verkündet der VDMA. „Das kräftige Umsatzwachstum im vergangenen Jahr ist leider zu einem großen Teil der Inflation geschuldet. Vor allem die explodierenden Energie- und Vormaterialpreise machten den Herstellern zu schaffen. Die Armaturenindustrie hat dennoch erneut in einem schwierigen Umfeld Kurs gehalten“, bewertet Wolfgang Burchard, Geschäftsführer des VDMA Fachverbandes Armaturen, die aktuelle Lage.

"Kurs gehalten" heißt konkret: Plus acht Prozent Umsatz im Inland, plus sagenhafte 14 im Ausland. Bloß, dass nach Abzug der Mehrkosten nur noch ein Prozent bleibt. Das ist bitter – doch die Industrie gibt sich zweckoptimistisch: „Im Laufe des Jahres gelang es dank nachlassender Lieferengpässe die aufgestauten Aufträge des Vorjahres sukzessive abzubauen“, hebt Burchard hervor. „Beispielsweise waren die Armaturenhersteller auf dem wichtigen Absatzmarkt USA dank des anziehenden Öl- und Gasgeschäfts wieder sehr erfolgreich unterwegs. Wir sind vor diesem Hintergrund zuversichtlich und rechnen mit einem Umsatzplus von 4 Prozent für 2023“, prognostiziert der Fachverbands-Geschäftsführer.

Insgesamt wurden 2022 Industriearmaturen im Wert von rund 4,8 Milliarden Euro exportiert, 6,2 Prozent mehr als noch im Vorjahr und sechs Prozent über dem Vorkrisenniveau des Jahres 2019. Inflationsbereinigt ist also die Talsohle wohl auch nach drei Jahren nicht wirklich durchschritten. Dabei wechselten viel Geld und auch nicht wenige Armaturen den Besitzer: So legten Sicherheits- und Überwachungsarmaturen um nominal 17 Prozent (im Ausland sogar um sagenhafte 24 Prozent) zu, Absperr- und Regelarmaturen um zehn.

Doch auch auf den Exportmärkten ist nicht alles rosig: Russland fällt als Handelspartner mit Kriegsbeginn quasi weg, China gibt nach (Minus 6,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau) und die Hauptabnehmerbranche für Armaturen – die Chemieindustrie – ächzt unter den Kosten. Positiver wirkt da das Wiedererstarken der USA (wohin Armaturen für 481,6 Millionen Euro exportierte wurden, ein Plus von kräftigen 25,7 Prozent ) sowie die Exporte nach Frankreich von 283,6 Millionen Euro (plus 8,7 Prozent) sowie in das Vereinigte Königreich und den Niederlanden (Plus 3,4 Prozent beziehungsweise 8,3 Prozent), die erstmals wieder Vorkrisenumsätze erreichen.

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