Ultrafiltrationsanlage Ultrafiltrationsanlage zum Recycling von Prozessabwasser aus der PVC-Produktion

Redakteur: Gabriele Ilg

Vinnolit betreibt im Chemiepark Knapsack mehrere Produktionsbetriebe mit denen PVC und Natronlauge aus den Rohstoffen Steinsalz, Ethylen und elektrischer Strom hergestellt werden.

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Im April 2008 wurde bei Vinnolit Knapsack mit „PVClean“ eine — von der EU-Kommission im Rahmen des LIFE III-Programms geförderte — Anlage zum Recycling des Prozessabwassers eines Suspensions-PVC-Betriebs erstmals im großtechnischen Maßstab in Betrieb genommen.

Mit der neuen Technologie werden in Knapsack 200 000 m³ Abwasser pro Jahr recycelt. Die Abwassermenge wird deutlich reduziert und der Frischwasserverbrauch entsprechend verringert. Die erfolgreiche Technologieentwicklung ist von besonderem Interesse, da das Suspensions-Verfahren mit einem Anteil von etwa 90 Prozent das weltweit wichtigste Verfahren zur Herstellung von PVC ist.

Das bei der Polymerisation von PVC eingesetzte Wasser wird im weiteren Prozessverlauf wieder abgetrennt und fiel bislang als Abwasserstrom zur Kläranlage an. Dieses Wasser konnte bisher nicht wieder verwendet werden, da der unbehandelte Abwasserstrom in geringer Menge Produkt enthält.

Erst nach erfolgreicher Abtrennung dieser Partikel aus dem Abwasser kann es anstelle von Frischwasser wieder bei der Polymerisation eingesetzt werden. Das Grundprinzip erscheint einfach, in der Vergangenheit sind jedoch mehrere Anläufe von PVC-Herstellern aufgrund technischer Probleme und einer fehlenden Wirtschaftlichkeit gescheitert.

Die prinzipielle Machbarkeit einer Ultrafiltration wurde in Vorversuchen im Labor- und Technikumsmaßstab nachgewiesen und die physikalisch-chemischen Grundlagen zur Auslegung der Anlage im Produktionsmaßstab erarbeitet. Die Trennaufgabe wird mit einer Keramikmembran mit einem Porendurchmesser von 50 Nanometern (= 50 Millionstel mm) bewältigt. Damit gelingt eine vollständige Abtrennung der PVC-Partikel aus dem Abwasser.

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