Rohstoffpreise Trends für Rohstoffpreise bei Öl und Kunststoff

Redakteur: Marion Wiesmann

Im März 2008 kam es zu weiter steigenden Weltrohstoffpreisen, wobei dieser Anstieg primär in der Entwicklung der energetischen Rohstoffe begründet war. Welche Preisentwicklungen in den kommenden Wochen für Rohöl und Kunststoffe zu erwarten sind, lesen Sie hier.

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Düsseldorf - Wie aus der aktuellen Rohstoffpreis-Information der Deutschen Industriebank (IKB) hervorgeht, wurde im März erstmals ein Monatsdurchschnittspreis von über 100 Dollar pro Barrel Rohöl (Brent) erzielt. Erneut hat die OPEC entschieden, ihre Fördermengen stabil zu halten. Hierbei wurde vor allem auf die Konjunkturschwäche in den USA verwiesen. Explizit wird vor allem im 2. Quartal 2008 mit einer deutlich niedrigeren Ölnachfrage gerechnet. Für die nächsten Wochen erwarten die Analysten der IKB Bewegungen in einem Preisband um 100 Dollar pro Barrel. Weitere Preisrückgänge seien im Verlauf des 2. Quartals 2008 möglich. Dagegen werden die deutschen Erdgaspreise u. a. wegen der Ölpreisbindung nochmals leicht nach oben tendieren. Auf dem Weltmarkt werden mittelfristig leicht rückläufige Preise erwartet.

Preisanhebungsrisiken durch US-Bevorratung verringert

(Archiv: Vogel Business Media)

Die Aufstockung der amerikanischen Rohöllagerbestände hat sich im März 2008 mit über 319 Millionen Barrel weiter fortgesetzt. Damit liegen diese noch um vier Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. Die Vorräte an Benzin sind zwar im Vergleich zum Februar dieses Jahres gefallen, übertreffen aber die Vorjahreswerte um fast zehn Prozent. Dagegen haben sich jahreszeitbedingt die Vorräte an Propan nochmals verringert, unterschreiten den Vorjahresstand aber nur minimal. Die Bestände der übrigen Destillate haben sich erneut verringert, was primär auf die Sorten mit hohem Schwefelgehalt zurückzuführen ist. Die Abschwächung der US-Wirtschaft dürfte laut Expertenmeinung im Verlauf des ersten Halbjahres 2008 eine weitere Entspannung bringen. Insgesamt hätten sich die tendenziellen Preisanhebungsrisiken, welche von der Bevorratung der USA ausgingen, verringert.

Moderate PP-Preisanpassungen erwartet

(Archiv: Vogel Business Media)

Der Propylen-Kontraktpreis ist in ersten Quartal um 6,5 Prozent gestiegen. Importdruck und hohe Bestände erschwerten aber ein Durchschlagen auf die PP-Preise. Im März bröckelten diese sogar leicht ab. Bei den technischen Thermoplasten endete das erste Quartal dagegen ohne größere Preisbewegungen. Nur ausgewählte PA 6-, PBT- und POM-Typen verteuerten sich leicht. Der schwache Dollar begünstigt auch hier Importe. Der Störfall in Dormagen sei indes ohne Auswirkungen auf den ABS-Preis geblieben. Der Propylen-Kontraktpreis fiel Anfang des zweiten Quartals um rund zwei Prozent gegenüber dem ersten Quartal zurück. Trotz erwarteter Nachfragebelebung im April spricht eine gute Bevorratung für moderate PP-Preisanpassungen. Für Benzol ging der April-Kontraktpreis um rund sechs Prozent zurück, was, so die Analysten, den Preisauftrieb bei Caprolactam und PA 6 bremsen dürfte.

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