Flaschentransport Transportsystem für Plastikflaschen
Auf dem Weg zur Füll- und Etikettierstation fallen leere PET-Flaschen beim stehenden Transport sehr leicht um. Schuld daran ist ihre geringe Masse, der große Abstand des Schwerpunktes von der Standfläche und die meistens nicht geschlossene Kontur. Mit einer Neuentwicklung soll das Vergangenheit sein.
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Chemnitz – Das System, das vom Institut für Fördertechnik und Kunststoffe der Technischen Universität Chemnitz und Beyer Maschinenbau gemeinsam entwickelt wurde, transportiert die Flaschen hängend. Dafür nutzt es den Neck-Ring, der sich am Flaschenhals unterhalb des Verschlusses befindet und fertigungsbedingt an jeder PET-Flasche vorhanden ist. Das neue Transportsystem arbeitet mit zwei parallelen Gliederketten aus einem speziellen Kunststoff, die sich mit der gleichen Geschwindigkeit bewegen. Sie nehmen die Flaschen am Neck-Ring auf und transportieren sie mittels Reibung. Mit einer Fördergeschwindigkeit von bis zu zwei Metern pro Sekunde sollen sich auf diese Weise 72 000 Flaschen pro Stunde transportieren lassen.
„Im Gegensatz zum bisher verbreiteten Lufttransporteur können mit dieser Variante auch gefüllte Flaschen transportiert werden, was das Einsatzfeld wesentlich erweitert“, sagt Prof. Dr. Klaus Nendel, Inhaber der Professur Fördertechnik. „Zudem bietet das neue Kettenfördersystem gegenüber den Lufttransporteuren den Vorzug, dass es keine Verunreinigungen oder Keime in die leeren Flaschen bläst und somit auf ineffiziente Filtertechnik verzichtet werden kann.“ Außerdem spare das neue System Energie: „Im Vergleich können mit einem Antrieb viel größere Strecken überbrückt werden als beim herkömmlichen Prinzip. Dort müssen, aufgrund der Strömungs- und Leckage-Verluste, in relativ kurzen Abständen Lüfter an der Förderstrecke verbaut werden, die den nötigen Luftstrom erzeugen“, sagt Nendel.
Ein Prototyp der Hängetransportanlage steht im Versuchsfeld der Professur Fördertechnik der TU Chemnitz. Hier haben die Wissenschaftler die Entwicklung bereits unter verschiedenen Bedingungen getestet. „Nachdem das System seinen Probelauf erfolgreich absolviert hat, streben wir nun den industriellen Einsatz in der Getränkeindustrie an“, sagt Nendel.
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