Dampf- und Prozesswärme klimaneutral erzeugen
Thermische Energiespeicher als Schlüssel zur Dekarbonisierung der Dampferzeugung

Ein Gastbeitrag von Martin Schichtel, CEO & Co-Gründer, Kraftblock 4 min Lesedauer

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Die Dekarbonisierung der Dampferzeugung wird zur Nagelprobe für die Chemieindustrie – gefragt sind Lösungen, die Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Kosten in Einklang bringen. Thermische Energiespeicher (TES) wandeln günstigen erneuerbaren Strom in Hochtemperaturwärme, speichern sie und liefern bedarfsgerecht Dampf. So können volatile Strompreise abgefedert und bestehende Anlagen ohne großen Umbau betrieben werden. Wie skalierbar das ist, zeigt das Kraftblock/Eneco/Pepsico‑Projekt in den Niederlanden.

Installierte Kraftblock-Speichercontainer liefern CO₂-arme Prozesswärme für Pepsico.(Bild:  Kraftblock GmbH)
Installierte Kraftblock-Speichercontainer liefern CO₂-arme Prozesswärme für Pepsico.
(Bild: Kraftblock GmbH)

Eine zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung ist für die Chemieindustrie essenziell, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Dampf ist dabei das Rückgrat nahezu aller Produktionsprozesse, von der Destillation und Trocknung bis hin zu Crack- oder Hochtemperaturverfahren. Der Weg hin zu erneuerbaren Energien ist deshalb nicht nur eine ökologische Notwendigkeit, sondern auch ein ökonomisches Spannungsfeld: Die CO₂-Kosten steigen, gleichzeitig sind Kunden nur begrenzt bereit, einen Aufpreis für „grüne“ Produkte zu zahlen. Gefragt sind Lösungen, die Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit miteinander verbinden. Thermische Energiespeicher (TES) bieten genau das.

Brücke zwischen erneuerbarem Strom und kontinuierlichem Wärmebedarf

Thermische Energiespeicher ermöglichen es, erneuerbaren Strom wirtschaftlich zur Dampferzeugung zu nutzen. Überschüssige und damit günstige Energie, etwa aus betriebseigener Wind- oder PV-Erzeugung oder aus dem Netz – wird in Hochtemperaturwärme umgewandelt, effizient gespeichert und bei Bedarf als Dampf wieder abgegeben. So wird der Sprung zwischen schwankender Stromerzeugung und konstantem Prozesswärmebedarf überbrückt. Der Effekt: Aus fluktuierendem Strom wird eine verlässliche Wärmequelle, ohne Abstriche bei der Prozesssicherheit.