Graphitdichtungen Temperaturverhalten von Graphitdichtungsmaterialien – Testmethoden, Untersuchungen, Vergleiche
Wenn Dichtungen versagen, wird es teuer für den Betreiber. Nicht selten rührt der Schaden von der mangelnden Qualität des Dichtungswerkstoffs. Der folgende Beitrag zeigt am Beispiel von Graphitdichtungsmaterialien, wie man in Bezug auf die Temperaturbeständigkeit die Spreu vom Weizen trennt.
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Eine dauerhafte Temperaturbeständigkeit ist eine der Hauptanforderungen an Dichtungsmaterialien in der Chemie, Petrochemie und in Kraftwerken. Dies ist nicht nur in Bezug auf die Dichtfunktion an sich, sondern vor allem auch in Hinblick auf die Anlagensicherheit und steigende Prozesstemperaturen ein zentrales Thema. Flachdichtungen und Armaturenabdichtungen sind sicherheitsrelevante Bauteile, denen daher die ihnen angemessene Beachtung zuteil werden sollte. Es ist deshalb nicht zu verstehen, dass immer wieder europäische Anlagenbetreiber zur Kosteneinsparung Dichtungsmaterialien verwenden, die keinen Rückschluss auf den Hersteller oder zumindest das Ursprungsland geben.
Erfahrungen mit dieser Problematik haben auch Anlagenbetreiber aus den Niederlanden gemacht: Immer wieder kam es zu Dichtungsproblemen und Ausfällen, die auf mangelnde Qualität des verwendeten Dichtungswerkstoffs zurückzuführen waren. Deshalb haben sich mehrere niederländische Anlagenbetreiber, wie Shell, DSM, Dow, Huntsman und Akzo Nobel, in der „CAPI Group“ zusammengesetzt und Mindestanforderungen an die von ihnen verwendeten Dichtungsmaterialien festgelegt.
Für Graphitdichtungsmaterialien wurde neben den chemischen Reinheitsanforderungen und den mechanischen Kennwerten auch ein Test zur Überprüfung der Temperaturbeständigkeit beschrieben: ein so genannter Oxidationstest. Die erarbeiteten Ergebnisse wurden in einer „CAPI Spezifikation“ niedergeschrieben und werden nun von den einzelnen Firmen umgesetzt.
Temperaturverhalten
Das mechanische Verhalten von flexiblem Graphit (= expandiertem Graphit) wird nur sehr gering von der Temperatur beeinflusst. Aus diesem Grund sind Druck-/Temperaturdiagramme (P/T-Diagramme) – wie bei elastomergebundenen Fasermaterialien oder PTFE üblich – für Graphitdichtungsmaterialien nicht sinnvoll bzw. nicht erforderlich.
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