Zukunftsperspektive Kohlenstoffdioxid Studie ebnet Weg für grenzüberschreitende CO₂-Infrastruktur

Quelle: Yncoris 2 min Lesedauer

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In vielen deutschen Unternehmen entsteht Kohlenstoffdioxid (CO2), das meist ungenutzt in die Umwelt gelangt. Eine neue Studie untersucht nun den Aufbau einer CO2-Infrastruktur von Köln bis zum Hafen Antwerpen-Brügge, um Speicherung und Emissionsminderung zu ermöglichen.

Teilnehmer (Ideengeber, Challgengeber und Challengenehmer) der jüngst gestartete Studie, die sich mit den Möglichkeiten einer CO₂-Infrastruktur von Köln bis zum Hafen Antwerpen-Brügge in Belgien befasst.(Bild:  Yncoris)
Teilnehmer (Ideengeber, Challgengeber und Challengenehmer) der jüngst gestartete Studie, die sich mit den Möglichkeiten einer CO₂-Infrastruktur von Köln bis zum Hafen Antwerpen-Brügge in Belgien befasst.
(Bild: Yncoris)

In der Wissenschaft gilt Kohlenstoffdioxid nicht nur als klimaschädliches Gas, sondern wird immer mehr als wertvoller Rohstoff erkannt. Die Anwendungs- und Umwandlungsmöglichkeiten von CO2 sind vielfältig, unter anderem könnte es zur Herstellung von Methan, Harnstoff, Synthesegas, Essigsäure, Formaldehyd und Polyolefinen dienen. Bisher ist es jedoch für Unternehmen günstiger, Kohlenstoff aus Rohöl zu beziehen als aus CO2. „Mit sinkenden Rohöl-Ressourcen und steigender CO2-Bepreisung wird jedoch die Attraktivität alternativer Lösungen steigen“, erklärt Sebastian Trunk, Projektmanager Standortentwicklung bei Yncoris. „Bis dahin bietet die Speicherung von Kohlenstoffdioxid beispielsweise in der Nordsee eine Chance, um CO2-Emissionen zu reduzieren. Doch wie das Kohlenstoffdioxid von den Emittenten zu den Speicherstätten oder später einmal zu potenziellen Nutzern gelangen könnte, wurde bisher nicht in dieser Tiefe und Zusammensetzung untersucht.“

Region mit Potenzial

Das Forschungsunternehmen DBI Gas- und Umwelttechnik erhielt daher von Ideengeber Yncoris, Industriedienstleister und Betreiber des Chemieparks Knapsack, sowie einem Industriekonsortium den Auftrag zur Studie. Ziel ist es zu klären, ob in der Region die nötige Infrastruktur vorhanden ist oder sinnvoll ergänzt werden kann, um CO2 zu sammeln, für den Langstreckentransport vorzubereiten und letztendlich grenzüberschreitend zur Speicherstätte zu bringen. Die Studie ist im September 2025 gestartet. Rund sieben Monate wird sich die DBI-Gruppe mit den Möglichkeiten einer regionalen, aber auch grenzüberschreitenden CO2-Infrastruktur bis nach Belgien befassen. „Dies ist ein ausgesprochen wichtiger Schritt, denn er bildet die Basis für die nachhaltige Produktion bei gleichzeitigem Erhalt existierender Wertschöpfungsketten“, so Trunk. Die Studie wird durch weitere prominente Unternehmen getragen, unter anderem von EEW Energy from Waste (EEW), Evonik, Fluxys, Lyondell Basell, Nippon Gases, OGE, Hafen Antwerpen-Brügge, Sefe und Shell.

Die Region rund um den Chemiepark Knapsack bietet ideale Voraussetzungen: In unmittelbarer Nähe liegen der Petrochemie- und Raffineriestandort Wesseling mit Shell und Lyondell Basell sowie das EEW-Ersatzbrennstoffkraftwerk, das teils biogenes CO2 emittiert. Bestehende Trassen und Pipelines könnten als CO2-Sammelschiene genutzt werden – deutlich günstiger als Neubauten. Sie bilden zugleich die Basis für eine künftige, klimaschonende CO2-Speicherung. Der Hafen Antwerpen-Brügge könnte dabei als zentraler Exitpunkt zu Offshore-Speichern dienen.

„Die CO2-Nutzung steckt aus unterschiedlichsten Gründen noch in den Kinderschuhen. Die Herausforderungen werden sich nur durch gemeinsame Anstrengungen von Wirtschaft, Politik, Forschung und Öffentlichkeit überwinden lassen“, ist Trunk überzeugt. „Doch mit der Studie schaffen wir für all diese Bereiche eine belastbare Grundlage, um Treibhausgase zu reduzieren und die weitere Entwicklung in Richtung Kreislaufwirtschaft voranzutreiben.“

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