Messtechnik und Automatisierung So befruchtet Industrie 4.0 die Prozessautomatisierung

Redakteur: Gerd Kielburger

Moderne Prozessautomatisierung ist längst zum Enabler der chemie- und verfahrenstechnischen Prozesse geworden. Schlagworte wie Digitalisierung, Industrie 4.0, PAT und Modularisierung prägen heute die Diskussionen auch um die Zukunft der Prozessindustrien.

Anbieter zum Thema

Schlagworte wie Industrie 4.0 prägen die Diskussionen um die Zukunft der Prozessindustrie.
Schlagworte wie Industrie 4.0 prägen die Diskussionen um die Zukunft der Prozessindustrie.
(Bild: © Coloures-pic - Fotolia)

„Um die Wettbewerbsfähigkeit der Prozessindustrien in immer volatileren Märkten zu steigern, werden flexible Produktionsprozesse benötigt, die wir in vielfältigen Forschungsprojekten und konkreten Anwendungen zu Industrie 4.0 verfolgen“, erläutert Festo-Vorstand Dr. Eberhard Veit. Als Beispiel stellt Festo in Frankfurt sein neues innovatives Konzept für die Automatisierung modularer Anlagen vor. Dadurch können z.B. Anlagen der Wasseraufbereitung schnell und flexibel aufgebaut und im Bedarfsfall problemlos angepasst werden, ohne dass diese komplett neu konfiguriert werden müssen.

Was unter dem Stichwort „Industrie 4.0“ in anderen Branchen diskutiert wird, lässt sich größtenteils auch auf die Prozessindustrie übertragen. Allerdings sind es hier weniger die Produktkomponenten, die miteinander kommunizieren, als die Bestandteile der Anlage: Die Pumpe in der modularen Anlage meldet ihre Verfügbarkeit und ihr Leistungsspektrum nicht nur an die zentrale Steuerung, sondern auch an das Ventil, die Temperaturmessung leitet Heizung oder Kühlung oder den nächsten Prozessschritt ein.

Neue Möglichkeiten jenseits der Prozessführung

Nach Einschätzung von Siemens-Manager Hans-Georg Kumpfmüller ergeben sich weit jenseits der Technik neue Möglichkeiten für die Prozessführung bis hin zur Gestaltung von Schichtbetrieben und Personalmanagement. Damit einhergehend werden Abläufe immer flexibler, und das vom Labor bis zur Verpackungstechnik, die einerseits eine Entwicklung hin zu „alles aus einer Hand“ erlebt, andererseits Lösungen bereitstellt, die quasi auf Knopfdruck von der Formulierung über die Primär- bis zur Sekundärverpackung auf neue Produkte eingestellt werden können. Dazu tragen auch viele Weiterentwicklungen im Bereich der Prozessanalysenmesstechnik (PAT) bei. Anbieter müssen folglich nah am Kunden sein, um gewünschte Effekte zu erzielen.

(ID:43446112)