Sequencing by Expansion (SBX)
Science-Fiction trifft Realität: Wie Roche mit SBX die Nanoporen-Sequenzierung neu denkt

Aktualisiert am 04.02.2026 Von Sarah Junker 7 min Lesedauer

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Ein komplettes menschliches Genom in nur vier Stunden bestimmen – was vor wenigen Jahren noch wie Science-Fiction klang, entwickelt Roche mit der SBX-Technologie heute zur industriellen Realität. PROCESS hat mit Dr. Roland Thiele (Leiter Chemieproduktion) und Dr. Dieter Heindl (Leiter Chemical Rare Reagents) über den Baufortschritt eines neuen Laborgebäudes für die SBX-Technologie, die Herausforderungen bei der chemischen Produktion der benötigten Einsatzstoffe und die Rolle von Roche in Penzberg als Innovationsstandort gesprochen.

In Stahlmodulbauweise entsteht ein zweigeschossiges Produktionsgebäude: 833 Quadratmeter Laborfläche und 630 Quadratmeter für eine Technikzentrale im ersten Obergeschoss.(Bild:  Roche)
In Stahlmodulbauweise entsteht ein zweigeschossiges Produktionsgebäude: 833 Quadratmeter Laborfläche und 630 Quadratmeter für eine Technikzentrale im ersten Obergeschoss.
(Bild: Roche)

Wenn Roche in Penzberg über Nanoporen-Sequenzierung spricht, treffen Historie und Zukunft an einem besonderen Ort aufeinander: einem ehemaligen Bergwerk. Dort, wo früher Pechkohle gefördert wurde, entsteht heute im Biotechnologiezentrum von Roche ein neues Gebäude für die Produktion von chemischen Einsatzstoffen für die SBX-Technologie. Diese brandneue Technik bezeichnen Sequenzierexperten als Sequencing by Expansion. Das Argument für einen der größten integrierten Standorte im Konzernverbund ist klar formuliert: Nähe schafft Synergie. Penzberg bietet eine enge Verzahnung von Forschung, Entwicklung und Produktion. Dadurch entstehen kurze Wege zwischen den Fachbereichen und Abteilungen.

Bergwerk trifft modulares Laborgebäude

In Stahlmodulbauweise entsteht ein neues, zweigeschossiges Produktionsgebäude: 833 Quadratmeter Laborfläche sowie 630 Quadratmeter für eine Technikzentrale im ersten Obergeschoss. Und das auf einer besonderen Fläche – dem ehemaligen Nonnenwaldschacht des alten Penzberger Pechkohlebergwerks, heute geflutet und mit Beton verfüllt. Das Bauprojektteam verfolgte einen Ansatz, der die Vorfertigung von Gebäudemodulen ermöglichte, während parallel die Baufläche vorbereitet, befestigt und betoniert wurde. Dadurch konnte die gesamte Bauzeit erheblich reduziert werden, denn in der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen die zukünftigen Nutzer bereits in den Neubau eingezogen sein. Roche investiert rund 40 Millionen Euro in das Projekt – eine vergleichsweise kleine Summe zu anderen Bauprojekten am Standort Penzberg, aber mit hoher strategischer Bedeutung.