Wärmetauscher

Rechtzeitige Vor-Ort-Reinigung hält Wärmetauscher leistungsfähig und spart Kosten

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Weg mit den alten Krusten!

Für die klassischen mechanisch-hydraulischen Reinigungsverfahren mit Bürsten, Stangen und speziellen Bohrgeräten sowie Wasserhochdruck muss der Wärmetauscher komplett auseinandergenommen werden. Weil die Platten bzw. Rohre einzeln zu reinigen sind, beanspruchen diese Verfahren viel Zeit und aufgrund der notwendigen Werkzeuge auch viel Arbeitsraum. Viele Betreiber bevorzugen deshalb die Reinigung vor Ort mit einer Umlaufspülung (CIP, Cleaning-in-place). Sie drosselt Zeit, Aufwand und Kosten, da große Montage- und Demontagearbeiten entfallen. An dem zu reinigenden Aggregat muss lediglich eine Vor- und Rücklaufleitung angebracht werden, um über einen Vorlagebehälter die Spüllösung, ein mit Wasser verdünntes chemisches Konzentrat, durch den Wärmetauscher zu pumpen. Mit dieser Methode lassen sich Geräte aller Größen und Kategorien spülen, und die flüssigen Produkte gehen auch festen Ablagerungen an den Kragen, mit denen Wasserhochdrucklanzen oder mechanisch-hydraulische Fräsmaßnahmen nicht fertigwerden. Selbst bei komplizierten Rohrgeometrien werden die Oberflächen rückstandsfrei sauber.

Zur Reinigung wird meist ein erfahrener Dienstleistungspartner zu Rate gezogen, der zunächst vor Ort

  • die Ablagerungsart,
  • die Schichtstärke in Millimeter,
  • die Ablagerungsmenge in Kilogramm (falls bekannt) und
  • das mediumberührte Ausbaumaterial

ermittelt. Damit kann er sicherstellen, dass bei der Reinigung ausreichend Spüllösung durch den Wärmetauscher fließt, um den Ablagerungen Beine zu machen. Die Oberflächen des Wärmetauschers, der Zuleitungen, der Flansche und der Dichtungen dürfen jedoch nicht angegriffen werden. Deshalb halten Fachunternehmen meist unterschiedliche Reinigungsmittel bereit, sodass sich in fast jedem Anwendungsfall eine sehr hohe Lösegeschwindigkeit erreichen lässt: z.B. bei der Entkalkung, Problemen mit Biofilmen oder Algen, der abgasseitigen alkalischen Behandlung von Abgaswärmetauschern oder der Entfernung von Ölen und Fetten aus Rohrnetzen.

Fazit: Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sind für die Reinigung von Wärmetauschern schwierig, weil die Reinigungsart und -intervalle jeweils stark von der Wasserqualität und den Betriebsbedingungen abhängen und sich dadurch keine generellen spezifischen Kosten angeben lassen. Vergleicht man aber eine maximal wenige Stunden dauernde CIP-Maßnahme mit einer manuellen Reinigung samt Aus- und Wiedereinbau, dann wird deutlich: CIP säubert den Wärmetauscher, ohne den Geldbeutel leerzuputzen.

* Der Autor arbeitet bei Korinexan Industrial Services GmbH, Rheinfelden.

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