Füllstandmessung

Radarfüllstandmessung für Kunststoffe – So erkennen Sie selbst kleinste Signale

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Jürgen Skowaisa, Produktmanagement Radar und Ultraschall bei Vega
Jürgen Skowaisa, Produktmanagement Radar und Ultraschall bei Vega
(Bild: Vega)
PROCESS: Herr Skowaisa, wie kann ein Vendor-Managed-Inventory (VMI)-System in Kombination mit einem Vegapuls 69 die Sicherheit in einem chemischen Prozess erhöhen?

Skowaisa: In Tankfarmen oder Großbäckereien ist eine automatisierte Rohstoffversorgung schon längst etabliert, in der chemischen Industrie fängt man damit erst an. Aber die Einführung solcher Systeme lohnt sich, schließlich können sich die Kosten für einen Produktionsausfall wegen mangelnder Rohstoffbelieferung schnell auf einen fünf- bis sechsstelligen Betrag belaufen. Allerdings: Für solche bedarfsgerechten und automatisierten Rohstofflieferungen benötigt man sichere Messwerte, die vor allem über einen langen Zeitraum Verlässlichkeit garantieren. Und hier ist der Vegapuls 69 die ideale Basis, weil das Gerät den Füllstand auch in einer schwierigen Umgebung zuverlässig misst. In Kombination mit unserem neu überarbeiteten Vega Inventory System werden Bestände sicher erfasst und eine automatische Rohstofflieferung angestoßen.

PROCESS: Apropos Sicherheit: Gibt es Füllstandanwendungen, die sich nach wie vor nicht sicher betreiben lassen?

Skowaisa: Ich denke, wenn man die Messstelle gut kennt, bekommt man fast jede Messumgebung in den Griff. Manchmal benötigt man jedoch auch besondere Messgeräte. Ein gutes Beispiel sind die bewährten Vibrationsgrenzschalter, die jedoch bei extremen Umgebungsbedingungen an ihre Grenzen stießen. Dies lag an der Piezotechnik, die die Schwinggabel auf einer bestimmten Frequenz anregt. Diese ist schlicht nicht für Temperaturen über 280 °C oder im Bereich der kryogenen Gase geeignet. Seit der Entwicklung des Vegaswing 66 mit einem patentierten induktiven Antrieb ist eine sichere Grenzstanderfassung auch bei extremen Anwendungen, also bei Temperaturen von -196 °C bis +450 °C sowie im Druckbereich von -1 bis +160 bar möglich.

PROCESS: Nehmen solche Anwendungen unter extremen Bedingungen zu?

Skowaisa: Natürlich gibt es nach wie vor sehr viele Standardanwendungen, aber wir merken schon, dass Prozesse stärker an den Grenzbereich herangefahren werden oder auch Messgeräte benötigt werden, die den hohen Anforderungen in PLT-Schutzeinrichtungen genügen müssen. Auf der Achema zeigen wir daher beispielsweise auch unsere Druckmessumformer-Serie Vegabar 80, die bei sehr hohen Temperaturen und aggressiven Medien eingesetzt werden können. Hierfür sorgt eine Vielzahl an Membranwerkstoffen und -beschichtungen. Eine zusätzliche Glasdurchführung hinter der Messzelle bildet eine so genannte „Second Line of Defense“ und gewährleistet maximale Sicherheit bei Anwendungen in Prozessen mit stark toxischen Medien.

* Die Autorin arbeitet als freie Fachjournalistin für die Vega Grieshaber KG, Schiltach.

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