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Wasserversorgung

Pumpen und Armaturen in der Netz-Infrastruktur – Druckmanagement als Qualitätsfaktor

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Druckmanagement über Armaturen

Wasserverteilungsnetze sind über viele Jahrzehnte permanenten Belastungen wie Frost, Straßenverkehr, Erdbewegung und Wasserdruck ausgesetzt. Die Folge sind Materialermüdung, Risse, Leckagen – und damit Wasserverluste. Der größere Teil der Verluste entsteht dabei nicht etwa durch große Rohrbrüche, sondern durch die Vielzahl kleiner Lecks. Experten schätzen, dass rund ein Drittel der verfügbaren Trinkwasser-Ressourcen auf dem Transportweg zum Endverbraucher verloren geht.

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Der Ansatz, Leckagen zu finden und zu beheben, ist meist weder realisierbar noch finanzierbar. Darüber hinaus zeigt die Erfahrung: Beseitigt man einen Teil der Leckagen, steigt der Druck auf die verbliebenen und vergrößert hier den Verlust.

Das Druckmanagement der VAG setzt genau an der anderen Stelle an: Es mindert den Wasserdruck im Rohrleitungsnetz und zwar abhängig von Verbrauchsmengen oder Verbrauchszeiten. Druckreduzierung, Druckhaltung und Niveauregulierung in einem bietet das pilotgesteuerte Regelventil der Baureihe Pico. Das Ringkolbenventil Riko wiederum regelt präzise Druck und Volumenstrom und sichert so eine konstante Wasserversorgung.

Intelligenz im Wasser-Netz

Das Erfassen und Auswerten großer Datenmengen werde 2017 auch für Versorgungsunternehmen eine wichtige Rolle spielen, prognostiziert die Software AG. Allerdings werde dabei nicht nur Big Data zum Zuge kommen. Vielmehr gewinne Streaming Analytics an Bedeutung. Der Unterschied: Klassische Big-Data-Applikationen erlauben gewissermaßen einen Blick zurück. Dagegen korreliert und aggregiert Streaming Analytics in Echtzeit Datenströme aus unterschiedlichen Quellen, erkennt Muster in diesen Datenströmen und erlaubt es, proaktiv die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Somit ermögliche es Streaming Analytics, den Blick nach vorne zu richten.

Big Data ist natürlich dennoch ein wichtiges Thema: So wird in Versorgungsnetzen Predictive Maintenance Einzug halten, etwa bei der Überwachung von Ventilen, Turbinen und Pumpen. So lassen sich Wartungszeiten besser planen und optimieren. Potenzielle Ursachen von Störungen werden bereits im Vorfeld erkannt und können beseitigt werden.

Siemens offeriert dazu das Wasser-Management-System Siwa – eine modulare Lösung für Pipelines, Trink- und Abwassernetze. Die Smart Water-Lösung basiert auf dem Prozessleitsystem Simatic PCS 7 und umfasst Softwaremodule, die flexibel miteinander kombinierbar sind. Je nach Anforderung unterstützen diese den Betreiber dabei, die Abläufe zu optimieren, Leckagen zu erkennen und zu lokalisieren sowie eine dynamische Simulation von Rohrleitungssystemen durchzuführen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Neben verbesserter Versorgungssicherheit lassen sich der Energieverbrauch und damit die Kosten der Anlagenbetreiber senken.

Siwa Optim beispielsweise optimiert den Betrieb von Wassernetzen durch effiziente Fahrpläne für Pumpen, Behälter, Wasserwerke – für eine höhere Produktivität der Anlagen. Erfahrungswerte zeigen, dass dadurch die relevanten Kosten bei Wassertransport und -verteilung um bis zu 15 Prozent reduziert werden können. Siwa Leak und Siwa LeakControl sind Systeme zur Erfassung von größeren wie auch schleichenden Leckagen in Wassertransportleitungen und -verteilsystemen. Als Ergänzung zu vorhandenen Leit- und Automatisierungssystemen liefern die Tools kontinuierlich Informationen über den Zustand der Wasserleitungen an das Bedienpersonal und somit im Leckagefall eine präzise Entscheidungsgrundlage für das Ergreifen der richtigen Gegenmaßnahmen.

Fazit

Das Erzeugen von Druck kostet Energie – die Wasserversorgung zählt zu den großen Verbrauchern elektrischer Energie. Der Einsatz hocheffizienter Pumpen in Verbindung mit smarten Regelarmaturen senkt die Kosten. Modernes Druckmanagement braucht aber mehr als Pumpen und Armaturen: Erst die IT-gestützte Steuerung der Technik und die smarte Analyse der Daten sichern die Versorgungssicherheit und die Druckkonstanz.

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