Die höchste Stufe der Integration von Regelungsaufgaben bei der Automatisierung von Wasser- und Klärwerken ist die Integration der Regelungsfunktion in den Antrieb selbst. Denn externe Anbauteile für die Regelung sind häufig die Ursache für Probleme: Hebelgestänge müssen öfter justiert werden, aggressive Umgebungsbedingungen führen zu Korrosion, Staubablagerungen sorgen für Verschleiß an beweglichen Bauteilen. Außerdem ist der externe Anbau anfällig für Beschädigungen während Montage und Betrieb.
Hingegen kennen beispielsweise die Antriebe der Baureihe DFPI von Festo diese Probleme nicht. Die notwendigen Systemkomponenten zum Regeln sind im Gehäuse des Antriebs eingebaut. Antriebszylinder, Wegmesssystem, Ventilblock und Stellungsregler sind dort sicher aufgehoben und bieten gegenüber modular aufgebauten Systemen weitere Vorteile wie kompakte Abmessungen und die Robustheit beim Einsatz in Außenanlagen.
Ein überzeugendes Beispiel für eine Anwendung des DFPI ist die Behandlung und Speicherung von Regenwasserabflüssen in Abwasserkanalisationen. Insgesamt sind etwa 45 000 Regenbecken allein in Deutschland in Betrieb. Sie schützen Kläranlagen vor übermäßiger Belastung durch Abwassereinleitung bei Regen.
In solch rauen Umgebungsbedingungen erweist es sich als vorteilhaft, die Ablaufsteuerung eines Regenbeckens auf den pneumatischen DFPI umzurüsten. Er schützt die Stellungsregelung sicher vor Korrosion und Feuchtigkeit in seinem Gehäuse. Weiterer Vorteil: Druckluft ist einfach speicherbar. Damit ist auch bei Stromausfall immer eine Energiereserve vorhanden, um mit dem Schieber noch mehrere Bewegungen machen zu können oder ihn in eine definierte Position zu fahren.
* Der Autor ist Branchenmanager Wasser- und Abwassertechnik, Festo AG & Co. KG, Esslingen.