Abwasser Nutriox-Konzept soll Schwefelwasserstoff in Abwässern vermeiden helfen
Die Gefahr durch Schwefelwasserstoff im Abwasser zu bannen ist das Ziel eines neuen Konzepts: Mit Nutriox sollen anaerobe Stoffwechselprozesse unterdrückt werden, damit sich das Gas erst gar nicht bildet.
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Bad Hönningen – Schwefelwasserstoff (H2S) ist ein hochgiftiges Gas und verursacht die meisten der tödlichen Unfälle, die im Bereich der Abwasserableitung passieren. Es entsteht, wenn beim Abbau der Nährstoffe im Wasser durch Bakterien Sauerstoffmangel auftritt. Weil die H2S-Bildung auch temperaturabhängig ist, sind häufig in Abwässern der Papierindustrie, die eine hohe CSB-Konzentration und meist hohe Temperaturen besitzen, die Sulfidkonzentrationen sehr hoch. Ausgasender Schwefelwasserstoff verbindet sich außerdem an der Luft mit Sauerstoff zu Schwefelsäure, die z.B. an Metallteilen, Beton oder auch elektronischen Einrichtungen starke Korrosionsschäden verursachen kann.
Um solche Probleme zu beseitigen, hat Yara das Nutriox-Konzept entwickelt, das einen dauerhaften Schutz bieten und anaerobe Stoffwechselprozesse unterdrücken soll. Das eingesetzte Produkt ist laut Unternehmen weder Gefahrgut noch Gefahrstoff und wird im Zuge biologischer Prozesse vollständig abgebaut. Weil dynamische Systeme eine regelmäßige Überprüfung erfordern, gehört die Kontrolle der Dosieralgorithmen und gegebenenfalls eine erneute Optimierung der eingestellten Parameter zum Nutriox-Konzept.
Seine erste Phase ist eine Problemanalyse in Form umfangreicher Messungen, die als Grundlage komplexer Simulationen verwendet werden, um eine geeignete Dosierstrategie zu entwickeln. Die Ergebnisse der Simulation werden dann in einer Projektdosierung in enger Abstimmung mit dem Anwender umgesetzt. Während der Projektphase werden unterschiedliche Dosierstrategien überprüft. Der von Yara entwickelte Dosiercontroller berücksichtigt dabei die für den Einsatzfall relevanten Parameter, z.B. Abwasserfluss, -temperatur, pH-Wert, etc., um eine bedarfsgerechte Produktzugabe zu gewährleisten. Die Dosiermenge kann außerdem an eine H2S-Messung gekoppelt werden, sodass bei steigender Gaskonzentration durch zusätzliche Nutriox-Dosierung gegengesteuert werden kann. Die Dosierung wird dabei ständig überwacht. Alle relevanten Parameter werden an ein Internetportal gesendet, zu dem der Anwender Zugang hat, sowie an das Prozessleitsystem übertragen.
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