H2-Kernnetz Wasserstoff-Hochlauf: Thyssengas-Dialog skizziert nächste Schritte

Quelle: Thyssengas 3 min Lesedauer

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Unter dem Titel „NRW ist bereit für den H2-Hochlauf, die Bagger müssen jetzt rollen“ hat der Fernleitungsnetzbetreiber Thyssengas zur dritten Ausgabe seines Dialogs eingeladen. Politische Rahmenbedingungen wurden dort als eine der größten Hürden ausgemacht.

Die Podiumsteilnehmer beim dritten Thyssengas Dialog (von links nach rechts): Nikolaus Valerius, Vorsitzender des Vorstands von RWE Generation, Patrick Wendeler, Vorsitzender des Vorstands der BP Europa, Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Thyssengas, Markus Hilkenbach, Vorsitzender des Vorstands der Stadtwerke Wuppertal, Prof. Dr. Phillip Fest, Gruppenleiter Energieinfrastruktur, Atomrecht in der Energieabteilung, Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.(Bild:  Thyssengas)
Die Podiumsteilnehmer beim dritten Thyssengas Dialog (von links nach rechts): Nikolaus Valerius, Vorsitzender des Vorstands von RWE Generation, Patrick Wendeler, Vorsitzender des Vorstands der BP Europa, Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung Thyssengas, Markus Hilkenbach, Vorsitzender des Vorstands der Stadtwerke Wuppertal, Prof. Dr. Phillip Fest, Gruppenleiter Energieinfrastruktur, Atomrecht in der Energieabteilung, Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen.
(Bild: Thyssengas)

Rund 100 Gäste vor Ort sowie Teilnehmer im Livestream folgten der Einladung zum dritten Thyssengas-Dialog. Neben Vertretern aus der Politik waren Akteure der gesamten H2-Wertschöpfungskette ins Dortmunder U gekommen, um sich über den Stand der Planungen rund um das Wasserstoff-Kernnetz auszutauschen, Herausforderungen aufzuzeigen und nächste Schritte abzustecken.

Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung von Thyssengas, eröffnete die Veranstaltung: „Wir sind heute deutlich weiter als noch vor einem Jahr: Die Bagger rollen zwar noch nicht – aber wir haben die Zündschlüssel bereits in der Hand, erste H2-Projekte sind gestartet. Gleichzeitig ist es wichtig, dass wir bestehende Hürden thematisieren und gemeinsam aus dem Weg räumen. Daher möchten wir den Thyssengas Dialog nutzen, um Transparenz zu schaffen und über den Fortschritt sowie weiterhin bestehende Herausforderungen hinsichtlich der Wasserstoff-Transportinfrastruktur aufzuklären – insbesondere mit Blick auf das geplante H2-Kernnetz.“

Dabei ging Dr. Gößmann auch auf die Verschiebung der finalen Antragseinreichung für das H2-Kernnetz aufgrund der noch ausstehenden beihilferechtlichen Genehmigung der EnWG-Novelle durch die EU-Kommission ein. „Gerne hätte ich Ihnen heute die konkreten Leitungen des H2-Kernnetzes und unseren Anteil daran vorgestellt – natürlich vorbehaltlich der abschließenden Genehmigung durch die Bundesnetzagentur”, so Dr. Gößmann. Doch er könne und wolle dem Antrag nicht vorgreifen. „Es ist kein Geheimnis, dass zwischen Fernleitungsnetzbetreibern und Investoren weiterhin an der Frage der Finanzierung des H2-Kernnetzes gearbeitet wird. Wir sind noch nicht durch.“ Dennoch zeigte er sich optimistisch, dass der Aufbau des H2-Kernnetzes wie geplant gelingen werde. Alle Beteiligten seien sich der Bedeutung dieser Infrastruktur für den Wasserstoff-Hochlauf und für die Dekarbonisierung von Industrie und Mittelstand bewusst.

Die grüne Transformation der Energiewirtschaft – in Deutschland und Europa

Auch Jens Geier, Mitglied des EU-Parlaments und Vorsitzender der Europa-SPD, hob in seiner Keynote die Bedeutung der Wasserstoff-Infrastruktur für eine dekarbonisierte und nachhaltige Zukunft hervor. Er sieht vor allem die Politik – sowohl auf nationaler als auch auf EU-Ebene – nun in der Pflicht, weiterhin die notwendigen regulatorischen Weichen zu stellen: „Wir befinden uns in einer besonderen Phase. Wir sind dabei, der Lokomotive Energiewirtschaft in voller Fahrt die Räder zu wechseln. Und dieser Radwechsel muss schnell laufen und verlässlich sein. Das ist meine Erwartung an die aktuelle und künftige EU-Kommission – auch mit Blick auf den Wettbewerb mit anderen Weltregionen.“ Mit der Verabschiedung des EU-Gasmarktpakets konnte der Weg für den Aufbau der nationalen Wasserstoff-Infrastruktur geebnet werden, der nächste Schritt sei jetzt die noch ausstehende beihilferechtliche Genehmigung.

„Das H2-Kernnetz ist eine Gemeinschaftsaufgabe“ – diese Botschaft zog sich durch zahlreiche Wortbeiträge des dritten Thyssengas Dialogs. Dr. Arne Dammer, Leiter Strategie und Innovation bei Thyssengas, betonte hierbei insbesondere die Zusammenarbeit zwischen den Fernleitungsnetzbetreibern und der Industrie. Er erläuterte, dass Thyssengas in den vergangenen Jahren bereits die Grundlage für tragfähige Belieferungskonzepte mit verschiedenen potenziellen Wasserstoff-Kunden geschaffen habe.Auf Grundlage zahlreicher Gespräche sowie Workshops mit Unternehmen und lokalen Versorgern seien bereits Absichtserklärungen geschlossen worden. „Diese Arbeit werden wir fortsetzen und dabei zunehmend konkreter werden. Weitere Schritte auf dem Weg hin zur Belieferung sind nun die Realisierungsverträge, die Netzanschlussverträge sowie die Kapazitätsbuchungsverträge“, so Dr. Dammer. Verlässlichkeit sei aus seiner Sicht jetzt das Stichwort, denn nur wenn Commitment zum Wasserstoff-Markthochlauf auf beiden Seiten – von Fernleitungsnetzbetreibern sowie potenziellen H2-Verbrauchern – vorhanden sei, könne eine zielgerichtete Planung und Umsetzung der H2-Infrastruktur erfolgen.

Dass es auf dem Weg in die Wasserstoff-Zukunft – trotz der deutlich verbesserten Ausgangslage – noch einige Herausforderungen zu bewältigen gilt, war übereinstimmende Meinung einer abschließenden Podiumsdiskussion des dritten Thyssengas Dialogs. Patrick Wendeler, Vorsitzender des Vorstands der BP Europa, betonte: „Es gibt gute erste Schritte, aber es kann sicher noch einiges mehr passieren, damit wir weiter Vertrauen in den Markt gewinnen können. Das hat viel mit Regulatorik zu tun. Wir sind bereit, unseren Beitrag zu leisten, brauchen aber natürlich auch die Business Cases entlang der Wertschöpfungskette.“

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