Suchen

Aufbereitung von Prozessabwasser

Neues Kreislaufverfahren verringert Salzgehalt in Gewässern

Seite: 2/2

Firmen zum Thema

Die einzelnen Prozessschritte können wie folgt beschrieben werden: Nach Filtration und Entfernung der flüchtigen organischen Bestandteile wird ein Teil des Abwassers wie bisher zur Kläranlage geführt. Im Rahmen des neuen Prozesses wird ein Teilstrom des salzhaltigen Abwassers abgetrennt und über Aktivkohletürme geleitet, um enthaltene organische Komponenten abzutrennen. Danach werden – nach Einstellen des pH-Werts auf 2-3 – Carbonate ausgetrieben und die Lösung in den so genannten Solekreislauf (Eduktstrom der gesättigten Kochsalz- lösung) der Chlorelektrolyse geführt.

Die Pilotanlage läuft seit Dezember 2015 störungsfrei im kontinuierlichen Betrieb. Bislang ist keine Erhöhung der Zellspannung bei den Elektrolysezellen aufgetreten. Langzeiteffekte wie eine vorzeitige Alterung und Schädigung der Membranen der Elektrolyse können zu gegenwärtigen Zeitpunkt allerdings noch nicht sicher ausgeschlossen werden.

Bildergalerie

Weniger Rohstoffe benötigt

Neben der Ersparnis von Wasser kann auch eine Einsparung beim als Rohstoff benötigten Salz erzielt werden. Beim aktuellen Durchsatz von 30 m3/h belaufen sich die Einsparungen auf rund 223 200 t voll entionisiertes Wasser und 19 187 t Siedesalz pro Jahr. Dem gegenüber steht der zusätzliche Aufwand des Verfahrens durch benötigte HCl, NaOH sowie Aktivkohle und einem durch den Ventilator und Pumpen bedingten zusätzlichen Stromverbrauch des Kreislaufverfahrens. Das Projekt hat Modellcharakter und kann auf andere Anwendungen mit verdünnten salzhaltigen Abwässern übertragen werden.

* Der Autor ist Projektleiter bei Covestro, Leverkusen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 44834203)