Suchen

Elektrolyse

Neuentwicklungen in der Elektrolyse bringt Power-to-X voran

Seite: 2/3

Firmen zum Thema

Wasserelektrolyse auf dem Vormarsch

In einer kürzlich erschienen ersten Roadmap zum Projekt „P2X“ im Rahmen der BMBF-Kopernikus-Projekte werden verschiedene Optionen der Elektrolyse diskutiert. Dazu gehört die Wasserelektrolyse: Der durch die Aufspaltung von Wasser gewonnene Wasserstoff kann entweder als Energieträger beispielsweise für Brennstoffzellen eingesetzt oder in die Produktion von Chemikalien eingespeist werden. Das Fraunhofer ISE bescheinigt der Wasserelek­trolyse in der kürzlich veröffentlichten Studie „Industrialisierung der Wasserelektrolyse in Deutschland“ das Potenzial zur „Gigawatt-Industrie“. Angesichts der laufenden Projekte scheint diese Einschätzung realistisch: Fast täglich wird über neue Bauvorhaben berichtet, von der lokalen Wasserstoff-KWK-Anlage bis zu Megaprojekten wie die geplanten 10- und 20-MW-Projekte, die Akzo Nobel bzw. Shell Anfang dieses Jahres angekündigt haben.

Gleichzeitig schreitet die Entwicklung der Elektrolysezellen voran: Neue Elektrodenmaterialien oder Entwicklungen wie die PEM-Elektrolysezellen sorgen dafür, dass die Verfahren immer effizienter und je nach weiterer Nutzung des Wasserstoffs auch wirtschaftlich wettbewerbsfähig werden. In einem Bericht von April 2018 an das BMWi weisen Wuppertal Institut und Fraunhofer ISI jedoch darauf hin, dass die verfügbaren Elektrolyseure keine Serienprodukte sind und ein notwendiger Scale-Up schnell erfolgen muss. Daraus ergäben sich auch Chancen für den Exportmarkt. Als eine weitere Option für die Nutzung von Strom wird im Kopernikus-Projekt „P2X“ auch der Transport mit flüssigen, organischen Wasserstoffträgern (LOHC) zu Tankstellen oder in Chemiebetriebe untersucht.

Major Plant Engineering GROAB is a project database for international major plant engineering and construction. You can find more than 6300 projects within 13 categories. Learn more about GROAB and test the database.

Längst richtet sich das Augenmerk aber nicht mehr nur auf die Wasserstoffproduktion. Auch die Co-Elektrolyse von Wasser und Kohlendioxid zu Synthesegas wird derzeit genauer untersucht. Im Forschungsprojekt Rheticus, das aus Kopernikus P2X heraus entstanden ist, streben Siemens und Evonik ein Verfahren zur Umwandlung von Kohlendioxid in Butanol und Hexanol mithilfe von regenerativem Strom und Mikroorganismen an. Siemens liefert die Elek­trolysetechnik und entwickelt dabei den ersten Gas-Gas-Elektrolyseur im industriellen Maßstab.

Bei dieser Niedertemperatur-Elektrolyse von CO2 wird ein sehr CO-reiches Synthesegas hergestellt, das im Rahmen des Projekts über mikrobielle Fermentation weiterverarbeitet wird. Das Projekt zielt bewusst auf die Herstellung hochpreisiger Chemikalien, die gleichwohl für verschiedene Zwecke einsetzbar sind: Hochpreisige Produkte sollen den Weg freimachen für Plattformchemikalien und Kraftstoffe. Gleichzeitig weist die Kombination aus Elektrolyse und Fermentation den Weg in eine dezentrale Produktion, bei der eher kleinvolumige Anlagen dort aufgebaut werden, wo der Strom erzeugt wird. Damit vermeidet man nicht nur Investitionen, sondern auch Akzeptanzprobleme, auf die die geplanten großen Stromtrassen derzeit häufig stoßen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 45551153)