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Bild 2 zeigt die Regelcharakteristik der vordruckgeregelten Abreinigung. Hierbei wird der zur Abreinigung notwendige Druckluft-Tankdruck durch das Betriebsverhalten des Filters bestimmt. Das obere Diagramm zeigt den Filterdifferenzdruck, im unteren Diagramm ist der Tankdruck (=Abreinigungsdruck) dargestellt. Auf Position 1 wird die Abreinigung eingeschaltet. Im weiteren Verlauf nimmt der Differenzdruck z.B. zu. Bei Erreichen bzw. Überschreitung des oberen Grenzwertes des Differenzdrucks (800 Pa) wird der Abreinigungsdruck erhöht (Pos. 2). Als Folge sinkt der Differenzdruck innerhalb des zulässigen Korridors und der Abreinigungsdruck wird konstant auf 0,3 MPa gehalten. Bei dieser Einstellung kommt es im weiteren Verlauf zu einer Unterschreitung des unteren Grenzwertes (700 Pa) woraufhin der Abreinigungsdruck wieder abgesenkt wird (Pos. 3).
Unterschreitet der Filterdifferenzdruck den unteren maximal zugelassenen Grenzwert und fällt weiter ab (Pos. 4), schaltet das System die Abreinigung aus. Erst bei erneutem Erreichen des unteren maximal zugelassenen Grenzwertes (700 Pa-Linie) startet die Abreinigung wieder. Bleibt die Abreinigung aufgrund des niedrigen Filterdifferenzdruckes ausgeschaltet, wird gegebenenfalls auch zwangsabgereinigt, um zu große Staubansammlungen zu vermeiden. Die Betriebsdaten der Entstaubungsanlage werden somit permanent und bei minimalem Druckluftbedarf im gewünschten Betriebs-punkt gehalten.
Energieeffiziente Filtermedien
Auch die Filtermedien haben auf die Betriebskosten großen Einfluss. Schließlich hat der Druckverlust von Filtermedium und angelagertem Filterkuchen den mit Abstand größten Anteil an den Energiekosten, die zum Betrieb der Filteranlage anfallen. Daher hatte sich Intensiv-Filter zum Ziel gesetzt, Filtermedien zu entwickeln, die exakt diesen Druckverlust reduzieren. Das Ergebnis sind die neuen Protex-Filtermedien. Sie weisen im Vergleich zu konventionellen Filtermedien auf der Anströmseite (zwischen Rohgasseite und Stützgewebe) Mik-rofasern mit einem Titer ≤1,5 dtex auf. Diese sind so angeordnet, dass der Druckverlust in der ersten Filtrationsphase nach der Druckstoßabreinigung nicht überproportional, sondern nahezu linear ansteigt. Versuche mit einer 10-Schlauch-Technikumsanlage zeigen, dass der mittlere Differenzdruck (Messstellen auf der Roh- und Reingasseite) durch Verwendung des Protex-Filtermediums gegenüber einem konventionellen Mikrofasermedium bei konstanter Zykluszeit um mehr als 40% reduziert werden kann. Gegenüber einem konventionellen PES-Nadelvlies-Filtermedium (ohne Mikrofaser) wird das Differenzdruckniveau sogar um fast 60% abgesenkt.
Zurzeit erfolgt das Roll-out der neuen Filtertechnologie in Serienanwendungen. Parallel ist eine Ausweitung des neuen Filtermedienportfolios auf hochtemperaturbeständige Fasern in Vorbereitung.
Fazit: In der neuen Baureihe Projet mega erreicht Intensiv-Filter mit der Offline/Semi-Offline-Betriebsweise eine Reduzierung des Energiebedarfs um 30%. Mit den neuen Protex-Filtermedien können die Werte noch unterboten werden. Das Energieflussbild (Bild 3) zeigt, dass sich mit den neuen Filtermedien und einer Filtersteuerung mit kürzeren Zykluszeiten der Energiebedarf im Vergleich zu herkömmlichen Jet-Pulse-Schlauchfilteranlagen bereits im Online-Betrieb um bis zu 40% senken lässt.
Die Autoren sind Mitarbeiter der Intensiv-Filter GmbH & Co. KG, Velbert-Langenberg.
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