Drehkolbenpumpe Mobile Drehkolbenpumpe erleichtert die Entfernung von korrosivem Schlamm

Autor / Redakteur: Erwin Weber / Manja Wühr

Die Entsorgung aggressiver Schlämme stellt Betreiber vor große Herausforderungen. Vor allem schlagen Kosten und zeitaufwendige Prozeduren ins Kontur. Ein Salzproduzent fand mit einer selbstansaugenden Drehkolbenpumpe eine Lösung für die Entsorgung von Natriumchlorid-haltigem Schlamm.

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Mit der Tornado-Drehkolbenpumpe fand der Betreiber eines Salzwerkes eine mobile und sichere Lösung zum Abpumpen von korrosivem Salzschlamm. (Bild: Netzsch)
Mit der Tornado-Drehkolbenpumpe fand der Betreiber eines Salzwerkes eine mobile und sichere Lösung zum Abpumpen von korrosivem Salzschlamm. (Bild: Netzsch)

Rund 100 m3 reine Feststoffe setzen sich pro Jahr in jedem der zehn Vorratstanks ab, die jeweils 20 000 m3 Salz fassen. Das Gemenge besteht aus Natriumchlorid, Sand, der sich beim Abtragen im Bergwerk bildet, Anhydrit sowie Gips und macht durch seinen hohen Feststoffanteil die Säuberung der Behälter schwierig. Versuche, den Schlamm mit herkömmlichen Kreiselpumpen zu fördern, scheiterten an der zu geringen Ansaugleistung. Stattdessen mussten einmal jährlich Saugwagen bestellt werden, die mittels einer Vakuumpumpe einen Unterdruck erzeugen und die Reste so aus den Tanks saugen. Durchschnittlich 14 Tage dauerte die Reinigung mit dieser Methode und kostete jedes Mal etwa 10 000 Euro.

Die Suche nach einer Alternative gestaltete sich durch das ungewöhnliche Fördermedium allerdings schwierig. Wegen der Aggressivität von Natriumchlorid in Verbindung mit Metall boten verschiedene Pumpenhersteller nur Modelle aus widerstandsfähigen, aber teuren Sonderwerkstoffen an. Letztlich fiel die Entscheidung daher auf ein System, das zum Schutz des Pumpenkörpers nicht auf ein spezielles Material, sondern auf eine besonders leicht zu handhabende Konstruktion setzt. „Korrosionsnester bilden sich nur in stehendem Wasser. Deshalb ist es entscheidend, dass die Pumpe bei längerem Stillstand schnell und einfach gereinigt werden kann“, erklärt Marco Habermann, Außendienstmitarbeiter bei dem Verdrängerpumpen-Spezialisten Netzsch Mohnopumpen. Mit der Tornado-Drehkolbenpumpe hatte Habermann ein Aggregat in petto, das genau auf diese Anforderung ausgelegt ist: Zum Säubern des Systems kann einfach der Gehäusedeckel geöffnet und der Innenraum mit Wasser ausgespült werden. Das Salz wird dadurch vollständig entfernt, sodass die Gerätesubstanz nicht angegriffen wird. Zudem sind Pumpen- und Gleichlaufgetriebebereich räumlich voneinander getrennt, dadurch kann das aggressive Medium nicht ins Getriebe gelangen.

Die selbstansaugende Drehkolbenpumpe erreicht Fördermengen von bis zu 1000 m3/h bei maximal 6 bar Druck und einem Saugvermögen von bis zu 8 mWS. Da selbst Gemenge mit Feststoffen bis zu einer Korngröße von 70 mm sich damit fördern lassen, kann auch der Salzbrei fast unverdünnt abgesaugt werden, die Fördermenge liegt hierbei kontinuierlich zwischen 10 und 25 m3/h. Die Tanks wurden so im ersten Testlauf innerhalb von nur fünf Tagen geleert, wodurch sich der Einsatz der Drehkolbenpumpe bereits amortisiert hatte.

Durch seine kompakte Bauweise ist das System zudem mobil und kann mit einem Gabelstapler zwischen den Behältern umgestellt werden. Die Arbeitsabläufe und Reinigungsintervalle lassen sich dadurch wesentlich flexibler gestalten und müssen nicht wie früher mit den Terminen der externen Saugwagen-Firma abgestimmt werden. Die Säuberung der zehn Tanks kann jetzt auch zeitlich versetzt koordiniert werden, damit nicht der ganze Betrieb davon betroffen ist. „Im Grunde braucht man nur noch zwei Leute zum Bedienen der Pumpe: Einen, der sie steuert und auf Trockenlauf achtet, und einen, der den Saugschlauch überwacht“, so Habermann. Darüber hinaus muss das abgesaugte Natriumchlorid-Gemisch nicht mehr auf eine Deponie gebracht werden, sondern wird direkt in eine alte, 600 Meter tiefe Kaverne gepumpt. Damit entfallen gesonderte Entsorgungsgebühren. Insgesamt reduzieren sich die Kosten für den Reinigungsprozess durch die Drehkolbenpumpe von Netzsch um 50 bis 80 Prozent.

* Der Autor ist Leiter Business Development Drehkolbenpumpen bei der Netzsch Mohnopumpen GmbH, Waldkraiburg.

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