Tauchkreiselpumpen Mit Tauchkreiselpumpen flüssige Medien fördern und umwälzen

Redakteur: Manja Wühr

Überall dort, wo die Kapazität einer Fasspumpe nicht mehr ausreicht, sind Tauchkreiselpumpen mit großen Fördermengen und Eintauchtiefen die geeignete Alternative zum Fördern oder Umwälzen auch abrasiver und aggressiver Flüssigkeiten mit einer Viskosität bis zu 2500 mPas.

Anbieter zum Thema

Entscheidend für den Einsatz einer bestimmten Pumpe sind in der Regel das zu fördernde Medium, die gewünschte Fördermenge und die Förderhöhe. Die vier verschiedenen Pumpen-Baureihen von Flux-Geräte decken ein breites Spektrum an Förder- und Umwälzaufgaben ab. Um die notwendige chemische und thermische Beständigkeit der Pumpen in den genannten Einsatzbereichen zu gewährleisten, werden Pumpen in verschiedenen Werkstoffen und Bauarten eingesetzt. Für neutrale, dünnflüssige Medien wie nicht brennbare Lösungsmittel, verdünnte anorganische Säuren und Laugen eignet sich Edelstahl. Bei aggressiven Medien wie Säuren und Laugen wird Polypropylen (PP) eingesetzt. Polyvinylidenfluorid (PVDF) eignet sich ebenfalls für aggressive Flüssigkeiten sowie konzentrierte Säuren und Laugen. Pumpen aus PP können bei Temperaturen bis max. 60 °C, Pumpen aus PVDF oder Edelstahl bis max. 100 °C eingesetzt werden.

Verschiedene Bauarten

Je nach Einsatzbereich sind die Tauchkreiselpumpen in verschiedenen Bauarten ausgeführt. Die Pumpen der Baureihen F 620 bis F 640 sind vertikale Kreiselpumpen für Nassaufstellung und bestehen aus einem Innen- und einem Außenrohr. Eine spezielle Ausführung ist für die Trockenaufstellung konzipiert. Sie wird entweder horizontal auf einer Konsole, einem fahrbaren Wagen (als Notfallpumpe) oder vertikal am Behälter montiert. Die Antriebswelle der Pumpen befindet sich im Innenrohr, die Wellenabdichtung erfolgt mit einer Gleitringdichtung. Mit einem offenen Kegelrotor oder einem geschlossenen Laufrad wird die Flüssigkeit zwischen Innenrohr und Außenrohr zum Druckstutzen gefördert. Als Pumpenwerkstoff wird hier Edelstahl 1.4571, PP oder PVDF eingesetzt. Beim Einsatz von PP oder PVDF hat das Innenrohr einen Kunststoffmantel mit Stahlkern, der dafür sorgen soll, dass auch bei hohen Temperaturen so gut wie keine Längenausdehnung stattfindet. Dadurch wird die sichere Funktion der Gleitringdichtung gewährleistet. Der Mantel aus Kunststoff übernimmt den Schutz vor den aggressiven Medien, der Stahlkern sorgt zusätzlich für eine hohe Stabilität der Pumpe, indem er innere und äußere hydraulische und mechanische Kräfte aufnimmt. Die Pumpen stehen immer vollständig in der Flüssigkeit, wodurch Leckage-Gefahren praktisch ausgeschlossen sind. Mit Einbaulängen von 400 bis 4000 mm und Fördermengen bis zu 44 m3/h werden die Pumpen oft z.B. in Abwasserreinigungsanlagen eingesetzt, in denen säurebehaftete Substanzen transportiert und durch Filtersysteme geleitet werden müssen.

Die dichtungslosen Tauchkreiselpumpen der Baureihen F 706, F 716 und F 726 aus PP oder PVDF sind für den stationären Dauerbetrieb in Nassaufstellung konzipiert. Der Antriebsmotor der Pumpen befindet sich im Trockenbereich oberhalb des Einbauflansches, nur die Pumpe selbst wird in das Medium eingetaucht. Das robuste Pumpengehäuse ist fest mit dem Standrohr verschweißt und sorgt so für einen schwingungsfreien Lauf der Pumpe. Durch diese Konstruktion sind die Pumpen besonders für den Dauereinsatz in drucklosen Behältern, offenen Becken oder Gruben geeignet. Die maximale Fördermenge beträgt 74 m3/h. Mediumgeschmierte Gleitlager bei der Baureihe F 706 ermöglichen Einbaulängen bis 1000 mm, mit Zwischenlager bis 2000 mm. Bei der Baureihe F 716 ist die Motorwelle als Pumpenwelle ausgeführt, wodurch eine sehr kompakte Bauweise möglich ist. Diese Pumpen stehen in den Einbaulängen 300, 400 und 500 mm zur Verfügung. Die Baureihe F 726 hat eine robust ausgeführte Pumpenwelle, die in einem Lagerträger mit zwei im Abstand angebrachten Wälzlagern gelagert ist. Dadurch werden die Radial- und Axialkräfte aufgenommen und ein schwingungsarmer Lauf der Pumpe auch bei starker Belastung gewährleistet. Da sich weder Lager noch Dichtungen im Flüssigkeitsbereich befinden, sind die Pumpen sehr verschleißarm, wartungsfrei und trockenlaufsicher. Alle Teile sind so miteinander verschweißt, dass keine abrupte Mediumsumlenkung stattfindet und sich weder Abriebstellen noch Ablagerungen in der Pumpe bilden können. Ein am Deckel des Pumpengehäuses oder am Ende des Verlängerungsrohrs angeschweißtes Fußsieb schützt die Pumpen vor starker Verschmutzung. Die Pumpen sind im Betrieb metallionenfrei, d.h. es entsteht keinerlei Abrieb von Aggregaten oder Dichtungselementen, was beispielsweise in der Silizium bzw. Halbleiterherstellung besonders wichtig ist.

Als langlebige Pumpe eignet sich die Baureihe F 706 im Kleinpartikelbereich besonders zum Fördern oder Umwälzen von Säuren und Laugen bzw. chemisch belasteter Flüssigkeiten und wird beispielsweise in Abbeizbecken oder für Galvanikbäder sowie Flüssigkeitslager oder andere größere Behälter eingesetzt. Die Modelle F 716 und F 726 eignen sich zum Fördern von dünnflüssigen, aggressiven und abrasiven Flüssigkeiten wie sie z.B. in der Email-Produktion, bei sedimenthaltige Suspersionen sowie Gas- und Luftwäschern vorkommen. Sie werden auch bevorzugt als Umwälzpumpen in allen hochwertigen Galvanikanlagen, Chrom- oder Kupferbädern eingesetzt.

Verschiedene Laufräder, Rotoren und Motoren

Durch Verwendung unterschiedlicher Laufräder und Antriebsmotoren können die Pumpen aus PP und PVDF auf die jeweiligen Betriebsbedingungen und Leistungsanforderungen abgestimmt werden. Mit Laufraddurchmessern von 50 bis 250 mm ergeben sich verschiedene Drücke und Fördermengen. Zusätzlich werden durch spezielle Laufradgeometrien, die Stellung und Höhe der Schaufeln, die Pumpen ideal an den gewünschten Betriebspunkt angepasst. Der Hersteller testet jede Pumpe vor der Auslieferung und überprüft sie auf die geforderten Leistungsdaten.

Es gibt drei verschiedene Standard-Laufradtypen, die von ihrer Geometrie her weiter optimiert werden können. Das normale geschlossene Laufrad für höhere Drücke, offene Laufräder für stark verschmutzte oder abrasive Medien und selbstreinigende Kegelrotoren (mit 45 °-Winkel). Die Laufräder können für Flüssigkeiten bis 150 mPas und die Kegelrotoren bis 2500 mPas eingesetzt werden. Durch den Einsatz zweipoliger Drehstrommotoren mit 3000 min-1 oder vierpoliger Motoren mit 1500 min-1 und Motorleistungen von 0,37 bis 5,5 kW in der Schutzart IP55, auch ex-geschützt, können die Pumpen optimal an die Anwendung angepasst werden. Auch der nachträgliche Anbau eines leistungsstärkeren Motors ist möglich, wenn z.B. das spezifische Gewicht des Mediums tatsächlich höher ist, als bei der Planung angenommen. Auch wenn eine vorhandene Pumpe in einer anderen Anwendung eingesetzt werden soll, kann z.B. ein anderes Laufrad eingesetzt und so die Pumpe leicht an die neuen Anforderungen angepasst werden.

(ID:274068)