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Behälters als XYZ-Koordinaten erhält die Motion-Control-Steuerung durch Auswertung der Behälter-CAD-Daten. Liegen keine CAD-Daten vor, können die Koordinaten auch manuell vom Hersteller oder vom Anwender über eine Tastatur eingegeben werden. Diese Koordinaten werden in Translations- und Rotationsbewegungen umgesetzt. Die eigentlichen Reinigungsroutinen, quasi eine Feinabstimmung, die immer anwendungsspezifisch ist, können vor Ort „geteacht“ und jederzeit den Verhältnissen angepasst werden. Mit ihnen werden u.a. Dauer und Intensität des abblasenden Strahls bestimmt. Druck und Menge der Reinigungsmedien werden ebenfalls über die Steuerung geregelt. Auch die Sicherheitsverriegelung, die das reibungslose Zusammenspiel von Reinigungslanze, Armatur und Rührorgan gewährleistet, ist ein wesentlicher Bestandteil der Software. Zu den Grundoperationen gehören auch Reinigungsprogramme, die systematisch die Kontur eines Behälters von oben nach unten oder auch nach anderen Prioritäten des Anwenders abfahren.
Und so funktioniert‘s
Der Trockner wird auf herkömmliche Weise geleert, wobei in den meisten Fällen wertvolles, verwertbares Produkt zurückbleibt, sei es an einer Behälterwand, auf einer Mischwendel oder einfach auf dem Flachboden. Zunächst wird der KSH geöffnet und die Reinigungslanze fährt in den Trockner hinein. Jetzt startet das Programm, mit dem der Behälter über einen Stickstoffstrahl ausgeblasen wird, wobei der Strahl zielgenau die Einbauten, die Stutzen oder auch den Brüdenfilter erreicht. Besonders effektiv funktioniert diese Technik unter Vakuum, da sich die Streuung des Strahls reduziert und somit die Treffgenauigkeit erhöht wird. Im nächsten Schritt wird die Behälterauslassarmatur geöffnet, um den gewonnenen product hold-up abzulassen. Anschließend startet die eigentliche Reinigung. Die gleiche Lanze, die den Gasstrahl führt, bringt auch die Reinigungslösung, etwa Wasser, Lauge oder Lösemittel, in den Behälter. Analog zum Gasstrahl kann der Roboter den Reinigungsstrahl genau auf den Punkten und Bereichen im Behälter verweilen lassen, die zuvor als Reinigungsroutine zu einem bestimmten Produkt einprogrammiert wurden. Meist handelt es sich bei diesen Bereichen um passive Zonen im Trockner, die durch Misch- und Rührorgane nicht erreicht werden können – beispielsweise unterhalb der Mischorgane und Stromstörer. Ebenso bilden sich häufig Anhaftungen am Behälterumfang in Höhe des Produktspiegels, die der Roboter punktgenau abreinigt. Auf diese Weise lässt es sich vermeiden, wegen eines kleinen, immer an der gleichen Stelle auftretenden Spots die gesamte CIP-Prozedur eines Trockners wiederholen zu müssen.
Mehr Sicherheit und Ausbeute
Grundsätzlich eignet sich der Roboter zur Reinigung von Anlagen in Gefahrenbereichen, bei denen der Kontakt von Mensch zu Produkt oder Mensch zu Anlage vermieden werden soll. Mit ihm lässt sich der Ertrag wertvollen Produkts steigern und Verbrauchsmittel sehr effizient einsetzen. Auch die Reduzierung des Abwassers oder der aufzuarbeitenden Lösemittel können den Investitionskosten gegengerechnet werden. Manchmal sehr schwierig und kaum greifbar ist die Wertschöpfung durch die Zeitersparnis bei Produktwechsel in Multipurpose-Anlagen. Bei richtigem Einsatz erreicht der Reinigungsroboter nicht nur ein sehr gutes, sondern auch ein reproduzierbares Ergebnis, das für den Anwender eine Qualitätssteigerung seines Produkts bedeutet.
Der Autor ist Verkaufsleiter bei Techno-G, BV, Zutphen/NL
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