Fertigspritzen Lohnherstellung: Blitz-Entwicklung für Heparin-Spritzen sichert Marktanteile
Fertigspritzen zählen zu den stark wachsenden Marktsegmenten im Pharmabereich. Ein Auftragshersteller rüstete in Rekordzeit eine Abfülllinie für Fertigspritzen auf. Die Linie stattet jetzt Heparin-Spritzen mit einem passiven Schutz vor Stichverletzungen aus.
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Eine neue Regelung des Bundesarbeitsblatts zum Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen schaffte vor zwei Jahren Unruhe auf dem stark umkämpften Heparin-Markt. Während die einen Hersteller den Markt nur beobachten, erkannten andere die Chance auf neue Marktanteile und rüsteten ihre Heparin-Spritzen mit einem passiven Schutz vor Stichverletzungen aus.
Dadurch wurden die Schnelligkeit bei der Einführung und die Prozessbeherrschung innerhalb nur weniger Monate wettbe-werbsentscheidend. „Für Fertigspritzen mit passivem Nadelschutz bedarf es einer neuen Zuführung für Kolbenstangen sowie einer zusätzlichen Anlage zur Montage des SafetyDevices“, erklärt Christian Dede vom Lohnhersteller GP Grenzach Produktion. „Diese mussten mit der Verpackungsanlage kombiniert werden, um eine vollautomatische Fertigung der Präparate in hohen Auflagen zu ermöglichen.“
Auch GP installierte eine SafetyDevice-Montagelinie bei sich in Grenzach-Wyhlen. Projektdauer: vier Monate statt der üblichen anderthalb bis zwei Jahre. „Der Prozess der Abfüllung ist identisch mit dem anderer Spritzen. Wir haben diesen um die SafetyDevice-Montage und die neue Kolbenzuführung erweitert und mit einer neuen Verpackungsmaschine für Spritzenblister kombiniert“, beschreibt Dede die Anlage. In der inzwischen vollautomatischen Produktion werden heute im Monat zwei Millionen Spritzen hergestellt. Tendenz: steigend. Denn auf Basis der eigenen Marktbeobachtung geht Dede davon aus, dass die Regelung für den sicheren Umgang mit biologischen Arbeitsstoffen schon bald auf EU-Ebene gelten wird.
„Das könnte den Bedarf in Europa drastisch erhöhen“, so Dede. Bereits heute läge bei GP das Verhältnis zwischen klassischen und SafetyDevice-Spritzen bei 20 zu 80. Ende des Jahres wird bei GP eine zusätzliche Fertigspritzenlinie mit Ready-to-Fill-Technologie installiert sein. Darüber hinaus investierte der Lohnhersteller in eine zusätzliche Verpackungslinie, mit der Fertigspritzen mit oder ohne SafetyDevice in verschiedene Blistergrößen verpackt werden können. Weitere Investitionen sind hier geplant, um der steigenden Nachfrage im Fertigspritzengeschäft Rechnung zu tragen. „Ein Lohnhersteller muss beides können, Fertigspritzen mit wie ohne SafetyDevice “, sagt Dede. „Denn so wichtig Spezialisierung für ihn auch ist: Sie darf seine Flexibilität nicht einschränken.“
Die Autorin ist Journalistin in Heidelberg.
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