Wissenschaftler des Projekts CDRmare entwickeln einen Leitfaden, um marine CO2-Entnahmeverfahren sowie CO2-Speicherung zu bewerten. Ziel ist es, fundierte und faktenbasierte Entscheidungen zu erleichtern, die den zunehmenden Klimaherausforderungen gerecht werden.
Der Ozean als CO2-Speicher und Klimaretter? Etwaige Technlogien zum Einlagern von Kohlendioxid im Meer müssen sorgfältig auf mögliche Umweltrisiken geprüft werden. Ein neuer Bewertungskatalog soll dabei helfen. (Symbolbild)
(Bild: ideogram.ai / KI-generiert)
Mit voranschreitendem Klimawandel wird es unumgänglich, nicht nur neue Emissionen zu verhindern, sondern auch der Atmosphäre gezielt Kohlendioxid (CO2) zu entnehmen. Eine wichtige Rolle könnte dabei das Meer spielen, welches als CO2Senke ein enormes Speicherpotenzial aufweist.
Doch welche meeresbasierten Verfahren zur CO2Entnahme und -Speicherung sollten tatsächlich eingesetzt werden? Wissenschaftler der Forschungsmission CDRmare haben einen neuen Bewertungsleitfaden entwickelt, um faktenbasiert die bestmöglichen Entscheidungen für die Zukunft zu treffen. So soll sich die Umsetzbarkeit von Projekten leichter bewerten lassen, ebenso wie mögliche Folgen für Mensch und Natur.
„Für die Frage, ob und wie ein CO2-Entnahmeverfahren umgesetzt werden sollte, sind sowohl seine Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit relevant als auch seine Auswirkungen auf Mensch und Umwelt“, sagt Prof. Dr. Christian Baatz, Klima- und Umweltethiker an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Ko-Autor von zwei neuen Fachartikel. Dari kritisieren Baatz und weitere Experten existierende Bewertungsschemata für Klimaschutzmaßnahmen, etwa solche zur CO2-Entnahme und -Speicherung, als unzureichend.
„ Wir zeigen jetzt, wie es besser geht und stellen Akteuren einen strukturierten Leitfaden für die Bewertung mariner CO2-Entnahmeprojekte zur Verfügung. Mit ihm können sie alle zentralen Themenaspekte bearbeiten und am Ende faktenbasiert entscheiden“, führt der Umweltethiker aus.
Marine CO2-Entnahmemethoden fundiert bewerten
Überblick der Themenfelder und Bewertungskriterien, die der neue Leitfaden zur Bewertung mariner CO2-Entnahmemethoden vorgibt. Jeder der hier nur schematisch dargestellten Indikatoren kann für mehrere Bewertungskriterien relevant sein.
(Bild: Rita Erven, CDRmare und das ASMASYS-Team)
Der neue Leitfaden umfasst 29 Kriterien, mit denen sieben Themenbereiche beleuchtet werden. Dazu gehören sowohl Fragen zur technischen, rechtlichen und politischen Machbarkeit der zu bewertenden Verfahren als auch Fragen zur Wirtschaftlichkeit, Gerechtigkeit und solche der Umweltethik. Aufgrund dieser Komplexität empfehlen die Forschenden, Fachleute aus diversen Gebieten beratend miteinzubinden. Dazu gehören die Felder Wissenschaft, Wirtschaft, öffentliche Verwaltung, sowie Interessenverbände und Vertreter aus gegebenenfalls betroffenen Bevölkerungsgruppen. Diesem Grundsatz folgend, hatten die Wissenschaftler die Praxistauglichkeit des neuen Bewertungsleitfadens in einer Reihe transdisziplinärer Workshops überprüft, an denen zahlreiche Vertreter aus Behörden und Interessenverbänden teilnahmen.
„Wie unsere Erfahrungen aus den Testläufen des neuen Leitfadens zeigen, sollte niemand allein versuchen, eine marine CO2-Entnahmemethode oder ein konkretes Entnahmeprojekt zu bewerten. Aufgrund der hohen Komplexität des Themas braucht es immer die Expertise vieler“, betont Ko-Autor Dr. Lukas Tank, ebenfalls Klima- und Umweltethiker an der CAU.
Vielfältige Perspektiven berücksichtigen
Neben dem Kriterienkatalog haben die Forschenden fünf Leitprinzipien definiert, die dazu beitragen sollen, dass im Zuge des Bewertungsverfahrens Informationen mit bestmöglicher Qualität zusammengetragen werden. Diese Leitprinzipien zielen darauf ab, das Verfahren transparent zu gestalten und alle möglicherweise von der Maßnahme betroffenen Parteien an dem Bewertungsverfahren zu beteiligen.
„Final zu entscheiden, ob ein konkretes marines CO2-Entnahmeprojekt umgesetzt werden soll, bleibt den politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen vorbehalten“, stellt Prof. Dr. Gregor Rehder klar, Chemiker am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW). „Im besten Fall entscheiden sich die Verantwortlichen für wirksame Projekte und Methoden, die sowohl technisch, rechtlich und politisch machbar sind als auch wirtschaftlich, gerecht und umweltverträglich. Dabei kann sie unser Bewertungsrahmen unterstützen.“
Christian Baatz, Lukas Tank, Lena-Katharina Bednarz, Miranda Boettcher, Teresa Maria Morganti, Lieske Voget- Kleschin, Tony Cabus, Erik van Doorn, Tabea Dorndorf, Felix Havermann, Wanda Holzhüter, David Peter Keller, Matthias Kreuzburg, Nele Matz-Lück, Nadine Mengis, Christine Merk, Yiannis Moustakis, Julia Pongratz, Hendrikje Wehnert, Wanxuan Yao and Gregor Rehder: A holistic assessment framework for marine carbon dioxide removal options, Environmental Research Letters (2025); DOI: 10.1088/1748-9326/adc93f
Stand: 08.12.2025
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