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Legionellen-Ausbruch in Warstein

Legionellen in gefährlichem Kreislauf – Klärwerke als Keimschleuder?

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Chlorung, Ozoneinsatz, Chlordioxid, Elektrolyse, UV-Bestrahlung, Mikrofiltration, thermische Behandlung: Für den Weg zu keimarmem oder keimfreiem Wasser bietet der Markt ein breites Verfahrensspektrum an.

  • Kühlwasserbehandlung mit Ozon: Das starke Oxidationsmittel wird unmittelbar vor Ort in Ozonerzeugungsanlagen produziert und automatisch bedarfsabhängig dem Kühlumlaufwasser zudosiert. Der Betreiber profitiert auf zweierlei Weise: Ozon baut zum einen aufgrund seiner hervorragenden Oxidationskraft organische Inhaltsstoffe im Kühlsystem ab. Mehr noch: Selbst ein biologischer Bewuchs könne mit Ozon fast vollständig reduziert werden, sagt BWT. Zum anderen reduziere Ozon deutlich die Keimkoloniezahl.
  • UV-Technik zur Abwasserdesinfektion: Die Bestrahlung mit UV-Licht ist eine bewährte, anerkannte und umweltfreundliche Methode, Abwässer zu desinfizieren, so Wedeco. Mikroorganismen werden durch eine photochemische Reaktion zwischen UV-C-Strahlung und dem Erbgutträger (DNA) des Erregers innerhalb von Sekunden inaktiviert. Im Gegensatz zu der chemischen Desinfektion erzeugt die UV-Bestrahlung keine schädlichen Nebenprodukte. Zwei bedeutende Vorteile hat die Desinfektion mit UV-Licht gegenüber den chemischen Methoden: Zum einen die bessere Wirksamkeit der Desinfektion (besonders gegen Viren) und zum anderen der viel geringere Platzbedarf durch erheblich kürzere Kontakt- bzw. Aufenthaltszeiten.
  • Desinfektion mit Chlorgas: Chlor ist das weltweit am häufigsten genutzte Desinfektionsmittel. Im Wasser gelöst bildet sich hypochlorige Säure (HClO), das eigentliche Desinfektionsmittel. HClO wirke am effektivsten bei einem pH-Wert von etwa 5, so Grundfos Water Treatment.

Millionen-Investition in Kläranlage

Die Kläranlage Warstein arbeitet nach einem zweistufigen Tropfkörper-/Belebtschlammverfahren. Um eine Wiederholung des Legionellen-Ausbruchs in Warstein zu verhindern, investieren Ruhrverband und Stadtwerke mehr als 7 Millionen Euro in die Abwasser-Aufbereitung des Ortes. Der Ruhrverband rechnet mit Investitionen von 5,5 Millionen Euro in der Kläranlage. Für weitere 1,8 Millionen Euro soll ein durch die Stadt laufender Abwasserkanal so umgebaut werden, dass keine Krankheitserreger mehr in die Luft gelangen können.

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Als erste vorsorgliche Maßnahme nahm der Ruhrverband den biologischen Tropfkörper der Kläranlage außer Betrieb und ersetzte die Oberflächenbelüftung des Belebungsbeckens durch eine Belüftung mit Sauerstoff. Parallel wurde eine mobile Anlage zur Desinfektion des Kläranlagenablaufs installiert. Die ebenfalls mit Legionellen belastete Vorklär-Anlage auf dem Gelände eines Lebensmittelunternehmens soll künftig nur noch als Sammelbecken fungieren. Auf eine biologische Vorklärung werde verzichtet, heißt es.

* Der Autor arbeitet als freier Mitarbeiter für PROCESS.

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