Neue Lachgasreduktionsanlage Lanxess neutralisiert klimaschädliches Lachgas in Krefeld-Uerdingen vollständig
Der Spezialchemie-Konzern Lanxess will bis 2012 den Ausstoß klimaschädlicher Gase in Deutschland im Vergleich zu 2007 um rund 80 Prozent senken. Kernprojekt hierfür ist eine neue Anlage zur Reduktion des Treibhausgases Distickstoffmonoxid (Lachgas) in Krefeld-Uerdingen.
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Krefeld-Uerdingen – Rund zehn Millionen Euro hat der Spezialchemie-Konzern Lanxess in eine Lachgasreduktionsanlage in Krefeld-Uerdingen investiert, die in der Rekordzeit von weniger als einem Jahr fertiggestellt wurde. „Mit diesem Leuchtturmprojekt setzten wir in wirtschaftlich äußerst schwierigen Zeiten ein deutliches Zeichen und bekennen uns – gerade in der weltweiten Krise – zu Innovation und Umweltschutz“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Axel C. Heitmann bei der Eröffnungsfeier.
In einem thermischen Prozess wird das Lachgas aus dem Abgasstrom der Adipinsäureproduktion bei hohen Temperaturen von mehr als 1 000 Grad Celsius in seine Bestandteile Sauerstoff und Stickstoff aufgespalten. Die dabei erzeugte Wärme liefert Dampf, der zur weiteren Nutzung in das Versorgungsnetz des Chemparks Krefeld-Uerdingen eingespeist wird.
Die neue Anlage ist bereits die zweite Anlage zur Reduktion des Treibhausgases Distickstoffmonoxid in Krefeld-Uerdingen und gilt als Kernprojekt für das Konzernziel, bis 2012 den Ausstoß klimaschädlicher Gase in Deutschland im Vergleich zu 2007 um rund 80 Prozent senken. Rund 5 000 Tonnen Lachgas sollen in der neuen Anlage jährlich neutralisiert werden, das entspricht ungefähr 1,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr. Insgesamt zersetzt Lanxess mit beiden Anlagen – je nach Auslastung – fünf bis zehn Millionen Tonnen CO2-Äquivalente jährlich.
Lachgas entsteht bei der Produktion des Kunststoff-Vorprodukts Adipinsäure. Der Spezialchemie-Konzern ist mit diesen beiden Anlagen der weltweit einzige Adipinsäureproduzent, der Distickstoffmonoxid vollständig neutralisiert.
Joint-Implementation-Projekt
Auch bei der Finanzierung leistet Lanxess Pionierarbeit: Die Anlage ist das erste industrielle und in Betrieb genommene „Joint-Implementation-Projekt“ in Deutschland. Diese Umsetzungsform für den Klimaschutz ist ein im KyotoProtokoll verankertes Instrument des Emissionshandels zwischen Industrieländern. Lanxess kann über den Verkauf von Emissionszertifikaten, die durch die Lachgasreduktion nicht mehr benötigt werden, sein Investitionsvolumen für den Bau der Anlage von knapp zehn Millionen Euro refinanzieren. „Damit ist sowohl dem Schutz der Umwelt gedient als auch unserem unternehmerischen Interesse“, so Heitmann. „Langfristig werden wir als Chemieunternehmen nur dann international wettbewerbsfähig bleiben, wenn wir nachhaltig wirtschaften und handeln.“
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