Auf und ab geht es in der allgemeinen Stimmung der Prüf- und Kalibrierlabore. Nachdem im Frühjahr noch ein deutliches Plus bei den Aufträgen und Investitionen ermittelt wurde, hat die aktuelle Umfrage des Verbands deutscher Prüflabore (VUP) wieder sehr gedämpfte Erwartungen gezeigt. Die wirtschaftlich angespannte Lage ist dabei ebenso ein Faktor wie der hohe Bürokratieaufwand.
Auftragslage nach Branchen – besonders der Bereich Industrieanalytik (mit Kasten markiert) hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Skala von -2 (sehr schlecht) bis +2 (sehr gut).
(Bild: VCG (Daten: VUP))
Ein vorsichtig positiver Ausblick auf die Zukunft bleibt weiterhin charakteristisch für die Laborbranche. Dies spiegelt sich in der aktuellen Stimmungsumfrage des VUP-Konjunkturbarometers unter Prüf- und Kalibrierlaboratorien wider. Mit großen Wachstumsraten wird nicht gerechnet, damit bleibt auch die Bereitschaft für Investitionen überwiegend gedämpft. Die zentralen Ergebnisse der VUP-Umfrage sind in den folgenden Grafiken zusammengefasst.
Auftragslage und -erwartungen sind weiterhin krisengeprägt
Die derzeitige wirtschaftliche Situation in Deutschland ist durch eine Vielzahl an Unwägbarkeiten gekennzeichnet: Hohe Preise für Energie und Rohstoffe, gekoppelt mit unsicheren Lieferketten beeinträchtigen die Erwartungen an die ökonomische Entwicklung des kommenden halben Jahres. Die Laborbranche äußert sich dementsprechend sehr zurückhaltend in Bezug auf Investitionen und den Ausbau personeller Kapazitäten.
Die aktuelle Auftrags- und Stimmungslage wurde von den befragten Laborleitern mit 0,1 (auf einer Skala von -2 bis +2) minimal positiv bewertet, auf nahezu identischem Niveau zum Vorjahr (0,2). Ähnlich verhält es sich mit der Erwartung der Auftragslage für die kommenden sechs Monate, die vom Skalenwert 0,5 im April 2023 auf jetzt 0,3 gesunken ist. Vor einem Jahr waren die Bewertungen noch im Negativbereich, wie in der Grafik zur Entwicklung im VUP-Konjunkturbarometer zu sehen ist.
Auftragsentwicklung schwächelt, bleibt aber noch positiv
Trotz der verhaltenen Aussichten ist die Gesamtstimmung leicht positiv. Die durchschnittliche Umsatzerwartung tendiert in die gleiche Richtung: Für die nächsten sechs Monate liegt sie mit einer Steigerung von nur noch plus 0,2 % zwar deutlich unter der Frühjahrsprognose (2,7 %), doch zumindest wird nicht mit einem Umsatzrückgang gerechnet.
Auftragslage nach Branchen – besonders der Bereich Industrieanalytik (mit Kasten markiert) hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Skala von -2 (sehr schlecht) bis +2 (sehr gut).
(Bild: VCG (Daten: VUP))
Im Detail ist lediglich im Bereich der pharmazeutischen Untersuchungen die Erwartung der Auftragslage leicht negativ. Am optimistischsten hingegen blickt man im Segment Industrieanalytik in die Zukunft. Auf der Skala von -2 bis +2 liest sich die Erwartung der Auftragslage in den einzelnen Marktsegmenten wie folgt:
+0,2 bei „Verbraucherschutz & Lebensmittelanalytik“
+0,1 bei „Umweltanalytik“
-0,2 bei „Pharmazeutische Untersuchungen“
+0,3 bei „Medizinprodukte“
+0,0 bei „Labormedizin“
+0,3 bei „Physikalische Messungen & Kalibrierwesen“
+0,5 bei „Industrieanalytik“
Investitionen fließen weniger – außer im Bereich Digitalisierung
Branchenübergreifend sinkt die Investitionsbereitschaft in den abgefragten Bereichen Analysen- und Anlagentechnik (-0,1) Immobilien (-0,1) und Werbung (-0,2) auf der Bewertungsskala von -2 bis +2. Nur im Bereich IT und Digitalisierung ergibt sich ein deutlich gesteigertes Investitionsvorhaben (+0,5), da die Laborbranche gezielt in dieser Sparte investiert und investieren muss, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
Der konstante Knackpunkt: Fachkräftemangel
Das Angebot an Fachkräften bleibt mit -0,8 (auf einer Skala von -2 bis +2) auf gleichbleibend niedrigem Niveau, während der Bedarf an Personal geringfügig abnimmt. So fällt die geplante Erweiterung personeller Ressourcen mit 0,2 geringer aus als im zurückliegenden Frühjahr (0,5). Dies spricht für die allgemeine Zurückhaltung der Laborbranche.
Typisch deutsch? Bürokratie als Hemmnis
Fast 75 % der befragten Unternehmen geben, an in ihren Abläufen durch Bürokratie und Dokumentationspflichten beeinträchtigt zu sein (Antwortmöglichkeiten „stark“ oder „sehr stark“ in der Befragung). Spitzenreiter ist dabei der Bereich Audit/Akkreditierung. Hier sagen nahezu alle Teilnehmer, dass der Umfang und Aufwand einen erheblichen Anteil der Ressourcen des Laboratoriums in Anspruch nimmt. Dieses entspricht einem Wert von 1,7 und liegt nur knapp unter dem möglichen Maximalwert von 2, der hier für sehr „starke Belastung durch Bürokratie“ steht.
Die anderen abgefragten Bereiche „Labor/Abläufe“, „Personal“ und „Verwaltung/Buchhaltung“ sind ebenfalls mit Werten zwischen 0,7 und 0,8 vertreten; dies zeigt, dass Dokumentationspflichten und bürokratischer Aufwand generell deutlich erhöht sind bzw. zumindest als starke Belastung wahrgenommen werden.
Fragt man nach den Einzelaspekten von Bürokratie, welche die Arbeit signifikant negativ beeinflussen, so stehen Zeitaufwand und Kosten an erster Stelle. Aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage wäre hier Abhilfe und Entlastung wünschenswert.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei unserer Schwestermarke LABORPRAXIS
Stand: 08.12.2025
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