Entleersystem Kontaminationsfreies Entleersystem für flexible Gebinde
Beim Umgang mit toxischen Stoffen und Pulvern steht die Sicherheit von Mensch und Umwelt an erster Stelle. Bisher musste dafür auf Platz raubende Isolatoren zurückgegriffen werden. Mit einem neuen System lassen sich nun toxische Stoffe kontaminationsfrei aus flexiblen Gebinden auch auf engem Raum entleeren.
Anbieter zum Thema

Anwender wie auch Ausrüster sehen sich mit immer schärferen Vorschriften im Umgang mit gefährlichen Stoffen konfrontiert. Wer wirtschaftliche Lösungen anbieten will, muss sein Heil in der Innovation suchen. Solche Innovationen haben die Fachmedien PROCESS, PharmaTEC und LaborPraxis auch auf der diesjährigen Achema mit dem Innovation Award ausgezeichnet. In der Kategorie Verpackungs- und Abfülltechnik konnte sich die Firma Andocksysteme G. Untch mit dem FlecoLiner durchsetzen. Ebenfalls auf der Shortlist standen Multivac Sepp Haggenmüller mit einer Tiefziehverpackungsmaschine im Multivac Clean Design sowie Dec mit dem Dosiersystem DosiValve (siehe Kasten).
Kontaminationsfreies Entleeren
Für die Chemie- und Pharmaindustrie ein bisher unzureichend gelöstes Problem: Das kontaminationsfreie Entleeren von toxischen Roh- und Wirkstoffen, welche oft in unterschiedlichen, verschweißten oder verklebten Folien- bzw. Papier-Originärgebinden von externen Zulieferern bezogen werden. In der Regel setzen Produzenten Isolatoren ein, in die diese Gebinde eingeschleust, aufgeschnitten und in andere Gebinde oder direkt in Prozesseinheiten entleert werden. Nachteil: Isolatoren sind aufgrund ihrer Komplexität mit hohen Investitionskosten und auch mit erheblichem Platzbedarf verbunden. Sollen toxische Pulver direkt Prozesseinheiten, etwa Reaktoren, zugeführt werden, ist aufgrund des beschränkten Platzes selbst der Einsatz eines Isolators nahezu unmöglich. Auch die Reinigung derartiger Isolatoren wird immer schwieriger, da die Forderungen an die Sauberkeit pharmazeutischer Anlagen mehr und mehr steigen.
Mit der FlecoLiner-Technologie hat Andocksysteme Untch nun eine Antwort auf diese Herausforderung entwickelt. Kernkomponente ist eine Endloslinerkassette. Diese umschließt dicht ein Produktrohr, wobei der Endlosliner das obere Ende des Produktrohres durch Verschweißung oder Verkrimpung staubdicht verschließt. Im Produktrohr selbst befindet sich ein Auflagerost, unter dem wiederum ein axial bewegliches Kreuzmesser angeordnet ist.
Das verschlossene Ende des Endlosliners wird in das Produktrohr gestülpt bis es auf dem Rost zu liegen kommt. Das zu entleerende Gebinde wird nun ebenfalls in diese Umstülpung auf dem Rost abgelegt. Anschließend wird der Endlosliner soweit von der Kassette abgezogen, bis das zu entleerende Gebinde vollständig von der Einstülpung umschlossen ist. Anschließend wird das oben noch offene Ende per Heißverschweißung, Verkrimpung oder anderweitig verschlossen. Das zu entleerende, zunächst noch geschlossene Gebinde ist damit völlig von der Umgebung getrennt.
(ID:34616970)