Kreislaufwirtschaft in Sachsen Aus Rapsstroh und Kartoffelschalen werden innovative Materialien

Von Technische Universität Bergakademie Freiberg 2 min Lesedauer

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Mit „grüner Chemie“ entwickeln vier Nachwuchsforschende an der TU Freiberg innovative Verfahren, um landwirtschaftliche Reststoffe in Membranen und Beschichtungen umzuwandeln. Über 18.000 Bioökonomie-Betriebe in Sachsen könnten von den nachhaltigen Verfahren profitieren.

Mit „grüner Chemie“ entwickeln vier Nachwuchsforschende an der TU Freiberg innovative Verfahren, um landwirtschaftliche Reststoffe in Membranen und Beschichtungen umzuwandeln.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Mit „grüner Chemie“ entwickeln vier Nachwuchsforschende an der TU Freiberg innovative Verfahren, um landwirtschaftliche Reststoffe in Membranen und Beschichtungen umzuwandeln.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Aus Resten der lokalen Agrarwirtschaft sollen hochwertige Materialien werden, die zum Beispiel als Membranen, Beschichtungen oder Verpackungen wieder eingesetzt werden können. Dafür arbeiten seit dem ersten November vier junge Forscherinnen und Forscher an der TU Bergakademie Freiberg in der neuen Nachwuchsforschungsgruppe BioWin. Potenzial für die Umsetzung sieht das Team bei über 18.000 Betrieben der Bioökonomie in Sachsen. Neben der Herstellung der innovativen Produkte im Labor prüft der wissenschaftliche Nachwuchs auch, ob die recycelten Materialien nachhaltig und wirtschaftlich sind.

Besonders im Blick haben die Nachwuchsforschenden Rapsstroh, Obsttrester und Kartoffelschalen sowie drei Herstellungsverfahren, bei denen Fasern im Mikrometer- oder Nanometerbereich sowie definierte Schichten gewonnen werden können. Dafür werden die biogenen Reststoffe zunächst mit nachhaltigen mechanischen Verfahren und grünen Lösungsmitteln in ihre Einzelbestandteile zerlegt. Diese werden dann anwendungsspezifisch durch Elektrospinnen, Nassspinnen oder Sprühbeschichten zu neuen Materialien rekombiniert.

„Schlussendlich wollen wir möglichst alles aus der komplexen Struktur der Biomasse verwerten und dafür eine grüne Chemie mit nachhaltigen Prozessen nutzen. Kombiniert werden die praktischen Arbeiten im Labor mit einer detaillierten Wirtschaftlichkeits- und Nachhaltigkeitsanalyse. Wir sind Nachhaltigkeitsenthusiasten und genau das ist das Besondere am Projekt BioWin und an unserer Nachwuchsforschungsgruppe“, erklärt die Leiterin der Nachwuchsgruppe Dr. Vanessa Castro.

Weitere Informationen zum Projekt BioWin
  • Beteiligte Institute und Forschungsgruppen
  • Institut für Nanoskalige und Biobasierte Materialien

AG Grüne Funktionsmaterialien

  • Institut für Thermische Verfahrenstechnik, Umwelt- und Naturstoffverfahrenstechnik
  • Professur für Corporate Sustainability and Environmental Management
  • BioWin-Website: https://tu-freiberg.de/biowin

Bewertungsmodell zur Verfügung stellen

Mitgieder der Nachwuchsforschungsgruppe: Gruppenleitung: Dr. Vanessa Castro (Mitte) und Doktorandinnen und Doktoranden: Anthony Gerhardt, Emmanuel Udekwe Nwanegbo, Una Smailbegovic.(Bild:  TU Bergakademie Freiberg / Andreas Hiekel)
Mitgieder der Nachwuchsforschungsgruppe: Gruppenleitung: Dr. Vanessa Castro (Mitte) und Doktorandinnen und Doktoranden: Anthony Gerhardt, Emmanuel Udekwe Nwanegbo, Una Smailbegovic.
(Bild: TU Bergakademie Freiberg / Andreas Hiekel)

Wie Unternehmen in Sachsen die neuen Materialien und Verfahren zum Upcycling der Reststoffe wirtschaftlich und nachhaltig einsetzen können, prüfen die Nachwuchsforschenden aus den Wirtschaftswissenschaften. In einer Datenbank sollen die Simulationen und Potenzialanalysen interessierten Partnern aus Forschung und Industrie zur Verfügung gestellt werden.

Die Nachwuchsforschenden erwerben nicht nur fachliche Kompetenzen, sondern beschäftigen sich mit Themen wie Netzwerkarbeit und Unternehmensgründung sowie mit den Themenfeldern Diversität und Gleichstellung. Weiterhin wird sich die Nachwuchsforschungsgruppe in das Freiberg Center for Circular Economy (FCCE) als übergeordnetes Kompetenzzentrum im Bereich Kreislaufwirtschaft an der TUBAF einbringen.

EU und Land Sachsen fördern wissenschaftlichen Nachwuchs

Die Kosten für das Vorhaben in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro werden aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) und aus Steuermitteln des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes finanziert. Ziel der Programme ist die Stärkung einer stabilen, nachhaltigen und digitalen Wirtschaft und die Verbesserung der Fachkräfte-Ausbildung im Freistaat Sachsen.

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