Mobile Abwasserstation

Innovative Automatisierung mobiler Abwasserpumpwerke

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Zehn Stunden ohne Netz

Für die unterschiedlichen wasserwirtschaftlichen Aufgaben bietet eine Vielzahl von Herstellern passende Komponenten an. Durch den Einsatz der Steuerungen von Phoenix Contact fügen sich die verschiedenen Geräte so in das Gesamtkonzept des Abwasserpumpwerks ein, dass der Nutzer des Leitsystems nichts von der Herstellervielfalt bemerkt. Fabian Arlt berichtet: „Mit der neuen Lösung können wir uns die aktuellen Betriebszustände der mobilen Stationen jederzeit im zentralen Leitsystem anzeigen lassen. Außerdem ist es möglich, die Pumpstationen von hier aus ein- und auszuschalten. Und wir bemerken sofort, wenn eine Pumpstation nicht mehr erreichbar ist“.

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Im zentralen Steuerschrank ist eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) der Produktfamilie Trio verbaut. Auf diese Weise arbeitet die Gesamtlösung auch ohne Netzanbindung respektive Notstromaggregat bei vollem Betrieb bis zu zehn Stunden weiter. Wenn der Schaltschrank mit integriertem Leistungsteil an die zentrale Steuereinheit angekoppelt wird, übernimmt die Spannungspufferung des Steuerschranks die Versorgung der Messtechnik im Leistungsschrank.

In die SPS ist eine Intelligenz programmiert, die eine automatische Steuerung und Überwachung des Aggregats erlaubt. Es läuft also nicht mehr wie früher durch, sondern schaltet sich lediglich ein, sofern Energie für die Pumpe benötigt wird oder die USV aufgeladen werden muss. So reduziert sich die Lärm- und Umweltbelastung. Zudem spart die SE|BS Energie ein, denn das Dieselaggregat muss nicht mehr ohne Last arbeiten.

Der zentrale Steuerschrank ist mit einem Panel vom Typ TD 1030T von Phoenix Contact ausgestattet. Über das Panel können die Mitarbeiter die Station bedienen und Sollwerte variabel einstellen. Zudem hat Fabian Arlt eine Fehlerliste in das Panel eingebaut: „Damit kann der Bediener in Klartext lesen, wann welches Ereignis am mobilen Abwasserpumpwerk aufgetreten ist.“

Priorisierte Alarm-Meldung

In die SPS, die die Applikation steuert, wurde ein Fernwirkprotokoll implementiert. Zur Weiterleitung der Meldungen vom Pumpwerk zum Leitsystem kommt das Modbus-basierte ODP-Protokoll von Videc zum Einsatz. ODP kann zwischen Alarmen und historischen Werten unterscheiden, folglich Informationen priorisiert übermitteln. Die Daten, die sich über das Protokoll feingranular konfigurieren lassen, werden via GPRS kommuniziert, der Datenverkehr auf der Mobilfunkstrecke lässt sich somit eingrenzen. Das ODP-System verfügt über einen OPC-Server, sodass es der Anwender einfach an unterschiedliche Leitsysteme ankoppeln kann.

Fazit: „Mit der neuen Lösung haben wir jetzt ein einheitliches und durchgängiges System vom Feldgerät bis in die Leitebene“, erklärt Timo Grünhoff, Teamleiter Bereich BTL (Betrieb Technik – Leitsysteme) bei der SE|BS. „Auf diese Weise können wir die mobilen Pumpwerke effizienter betreiben und überwachen.“

* W. Glorius, Industriemanagement Infrastruktur, Phoenix Contact Deutschland GmbH, Blomberg.

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