Neue Behandlungsmöglichkeiten Innovationsbilanz 2022: Pharmaunternehmen bringen 49 neue Medikamente auf den Markt

Quelle: VFA

Anbieter zum Thema

Pharmaunternehmen haben 2022 in Deutschland für neue Behandlungsmöglichkeiten bei mehr als 60 Krankheiten gesorgt und für vier Krankheiten neue Präventionsmöglichkeiten geschaffen. Bei den Neueinführungen lag der Schwerpunkt auf Covid-19 und Lungenkrebs.

Im vergangenen Jahr wurden dank 49 neuer Medikamente und zahlreicher Zulassungserweiterungen neue Behandlungsmöglichkeiten geschaffen.(Bild:  Martin Joppen/ VFA)
Im vergangenen Jahr wurden dank 49 neuer Medikamente und zahlreicher Zulassungserweiterungen neue Behandlungsmöglichkeiten geschaffen.
(Bild: Martin Joppen/ VFA)

Im Jahr 2022 haben die Pharmaunternehmen in Deutschland 49 Medikamente mit neuem Wirkstoff auf den Markt gebracht und für 24 andere Medikamente eine Zulassungserweiterung auf ein neues Anwendungsgebiet erreicht. Das Krankheitsspektrum reicht von Atopischer Dermatitis über Lungenkrebs und Multiples Myelom bis zu Wachstumsstörungen.

Medikamente gegen die Pandemie

Ein Schwerpunkt lag 2022 auf Covid-19. Unternehmen haben das therapeutische Repertoire um drei weitere antivirale Medikamente erweitert. Zwei davon basieren auf Antikörpern. Deren Wirksamkeit fällt allerdings je nach Subvariante des Erregers Sars-CoV-2 unterschiedlich aus. Anders beim dritten Medikament, dessen Wirksamkeit sich bislang nicht von der jeweiligen Subvariante abhängig zeigt.

Für Schutzimpfungen gegen die Krankheit haben Firmen 2022 drei weitere Impfstoffe herausgebracht (die adaptierten Versionen von schon zuvor zugelassenen mRNA-Impfstoffen nicht mitgezählt). Für Menschen, die auf eine Schutzimpfung nicht ansprechen, war zudem eins der Antikörper-Medikamente prophylaktisch einsetzbar.

Nicht-kleinzelliger Lungenkrebs

Ein weiterer Schwerpunkt des Jahres lag auf dem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), der häufigsten Form von Lungenkrebs. Je nach den zugrundeliegenden Mutationen in den Tumorzellen erfordert die NSCLC-Therapie unterschiedliche Wirkprinzipien. Dem entsprachen die zunächst vier Medikamente, die gegen die Krankheit herauskamen. Ein Medikament wurde allerdings von seinem Hersteller wieder vom Markt genommen, als dessen Zusatznutzen im obligatorischen Preisfindungsverfahren (dem Amnog-Verfahren) nicht anerkannt wurde. In der Zählung der Neueinführungen dieses Jahres ist das zurück-gezogene NSCLC-Medikament deshalb nicht enthalten.

Bildergalerie

Häufige und seltene Erkrankungen

Zu den häufigen Krankheiten, die von Fortschritten mit Arzneimitteln 2022 adressiert wurden, zählen neben Covid-19 und Lungenkrebs auch Asthma, Migräne und atopische Dermatitis. Doch kümmerten sich die Unternehmen auch um Leiden, an denen weniger als fünf von 10.000 EU-Bürger erkrankt sind. Mehr als ein Drittel der neu eingeführten Medikamente dieses Jahres adressieren solche Orphan Diseases genannten seltenen Krankheiten. Einige von ihnen sind die ersten gegen die betreffende Krankheit überhaupt, etwa im Fall von Hutchinson-Gilford Progeriesyndrom (vorzeitige Alterung) oder bei ASMD (dem angeborenen Mangel an saurer Sphingomyelinase) Typ A/B oder B.

Ein Antibiotikum

Auch 2022 gab es einen Neuzugang bei den verfügbaren Antibiotika (2021 waren es zwei). „Das zeigt, dass sich die Pharmabranche nicht von Antibiotika abgewandt hat“, so vfa-Präsident Han Steutel. „Substanziell mehr Neueinführungen auf diesem Gebiet werden aber erst möglich, wenn die Marktbedingungen hierzulande und auf europäischer Ebene wesentlich gebessert werden.“

ATMP

Fünf der 2022 neu eingeführten Medikamenten werden den Advanced Therapy Medicinal Products (ATMP) zugerechnet: So kamen vier neue Gentherapien heraus – zwei für die Therapie seltener Krebsarten, zwei für die Langzeitbehandlung ebenfalls seltener Erbkrankheiten. Das fünfte ATMP ist ein biotechnologisch bearbeitetes Gewebeprodukt zur Behandlung von Gelenkknorpeldefekten.

(ID:48973240)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung