PFAS-Regulierung Industrie sieht „erheblichen Anpassungsbedarf” bei PFAS-Regulierung

Quelle: Pressemitteilung Spectaris 2 min Lesedauer

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Das drohende PFAS-Verbot lässt die Industrie nicht zur Ruhe kommen: Während die EU noch über ein mehr oder weniger pauschales Verbot der per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) nachdenkt, reißt die Kritik aus der Industrie nicht ab. Jetzt legt der Deutsche Industrieverband Spectaris nach und mahnt methodische Schwächen, mangelnde Transparenz im Verfahren sowie eine deutliche Überlastung der zuständigen wissenschaftlichen Gremien an.

So sehen sie aus: Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, kurz PFAS, mit stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen. Einst ob ihrer Beständigkeit begehrt, heute genau deswegen umstritten.(Bild:  © Сергей Шиманович - stock.adobe.com)
So sehen sie aus: Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, kurz PFAS, mit stabilen Kohlenstoff-Fluor-Bindungen. Einst ob ihrer Beständigkeit begehrt, heute genau deswegen umstritten.
(Bild: © Сергей Шиманович - stock.adobe.com)

Der EU sind die als „Ewigkeitschemikalien” berüchtigten per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) ein Dorn im Auge – doch das laufende Verbotsverfahren kommt in der Indsutrie nicht gut an: „Das derzeitige Verfahren wird der Heterogenität und der technischen Komplexität der PFAS-Stoffgruppe nicht gerecht“, erklärt Spectaris-Geschäftsführer Jörg Mayer. „Ein pauschaler Gruppenansatz steht im Spannungsverhältnis zu den Grundprinzipien der REACH-Verordnung, nach denen regulatorische Maßnahmen auf einer belastbaren, risikobasierten Bewertung beruhen müssen.“ Daher leitet sich nach Ansicht des Verbands leitet die Verpflichtung ab, solche Stoffuntergruppen anders zu behandeln, für die kein unannehmbares Risiko nachgewiesen werden kann, z.B. die Gruppe der Fluorpolymere.

Besonders die Tatsache, dass mit einem einzigen sogenannten „Annex-XV-Dossier“ mehr als 10.000 Substanzen und zahlreiche, sehr unterschiedliche Anwendungsfelder gleichzeitig erfasst werden, stößt dem Verband auf: Dies habe nicht nur zu erheblichen Verzögerungen geführt, sondern auch die Kapazitäten der wissenschaftlichen Ausschüsse RAC und SEAC deutlich überschritten. Zudem seien einzelne Anwendungsbereiche zwar identifiziert, jedoch nicht mehr wissenschaftlich bewertet worden. Aus Sicht des Verbandes führt dies zu erheblicher Rechts- und Planungsunsicherheit entlang ganzer industrieller Wertschöpfungsketten.

Gebündelte PFAS-Kritik in aktuellem Positionspapier

Auch das sogenannte Hintergrunddokument zur PFAS-Beschränkung kommt bei der Industrie nicht gut an: Trotz mehrerer Überarbeitungen weise dieses weiterhin strukturelle und methodische Defizite auf. „In zentralen Punkten wird mit pauschalen Annahmen gearbeitet, weil belastbare, sektorspezifische Daten fehlen“, so Mayer. „Reale Einsatzbedingungen, tatsächliche Emissionspfade und technische Besonderheiten hochspezialisierter Anwendungen werden nicht ausreichend berücksichtigt.“ Besonders problematisch sei dies für Bereiche, in denen absehbar keine technisch gleichwertigen Alternativen zur Verfügung stünden, etwa Elastomerdichtungen.

Die gesammelten Kritikpunkte und eigenen Ansatzpunkte zur Weiterentwicklung des laufenden Verfahrens hat der Verband, dem rund 400 Unternehmen aus Optik, Photonik, Analysen-, Bio- und Labortechnik sowie Medizintechnik angehören, in einem veröffentlicht Positionspapier.

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