Qualifizierung | Advertorial

Industrie 4.0 formt neue Berufsbilder

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Intelligenz in die Anlage

Kommunikationsfähige Module zur Druckluftüberwachung während des Anlagenbetriebs können nach einem Teaching selbstständig entscheiden, ob ein Anlagenabschnitt gerade produziert oder im Leerlauf ist. Das Absperren der Druckluftzufuhr verringert bei etwaigen Leckagen in der Anlage den Druckluftverbrauch.

Im abgesperrten Zustand kann die Druckdichtigkeit der Anlage geprüft und eine Abweichung von einem vorab vom Benutzer als kritisch definierten Wert an das Leitsystem gemeldet werden. Dadurch wird eine bedarfsgerechte Wartung ermöglicht. Da Durchfluss, Verbrauch und Druck kontinuierlich überwacht werden, bietet sich für Anlagenbetreiber die Möglichkeit, ein intelligentes Energie-Monitoring an der Anlage durchzuführen und auch sich über den Lebenszyklus verändernde Verbrauchscharakteristika zu detektieren, die auf Änderungen im Prozess hinweisen.

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Bei der Gewinnung von Kupfer kommt es auf eine schnelle und genaue Regelung der Levelparameter in Flotationszellen im Betrieb an. Die Wartungsmannschaft der Minera Aguilar Mine in Argentinien hat jetzt die Möglichkeit, Parameter des elektrischen Antriebes für Kegelventile direkt in der Anlage auf Smart Phones und Tablets auszulesen und Änderungen der Regelkreisparametrierung direkt vor Ort vorzunehmen. Hierdurch werden Produktivitätsgewinne durch Einsparungen bei Wartung und Instandhaltung und weiterhin durch höhere Ausbeuten im Prozess erreicht.

Verändern der Qualifikation

Industrie 4.0 wird auch die Arbeitswelt in einem erheblichen Ausmaß verändern. Daraus resultieren auch neue Anforderungen an das Bildungswesen, sowohl im Schul- und Hochschulbereich, als auch in der betrieblichen Qualifizierung. Eine im Rahmen der HMI 2016 vorgestellten Umfrage des VDI verdeutlicht aber, dass nur 6,6 % von 1000 befragten Fachleuten Themen der digitalen Transformation im Bildungswesen wahrnehmen.

Dieses ernüchternde Ergebnis zeigt den enormen Nachholbedarf. Die Bereitschaft der Mitarbeiter zu lebenslangem Lernen und einer kontinuierlichen und interdisziplinären Mitarbeiterqualifikation hat in einem sich rasant ändernden Produktionsumfeld hohe Bedeutung und wird zusammen mit intelligenten Komponenten und Systemen langfristig die Attraktivität von Unternehmen und deren Marktposition signifikant beeinflussen und sichern.

Denn die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber wird auch abhängen von der Implementierung neuester Technologien – ein nicht zu unterschätzender Faktor im Wettbewerb um Mitarbeiter im sich abzeichnenden demographischen Wandel.

Welche Komponenten, Systeme, Software und welche Vernetzungsformen sich als Standard in der Digitalisierung durchsetzen werden, ist derzeit offen, d.h. dass zukünftige Technologie und Standards erst durch Hochschulen, Unternehmen und Institute erarbeitet werden. Weiterhin werden sich die Innovationszyklen noch verkürzen, sodass der klassische Personalentwicklungsprozess von der Bildungsbedarfsanalyse bis zur Qualifizierung zukünftig nicht mehr anwendbar sein wird.

Der Entwicklung von Kompetenzen, die als „Fähigkeit der Mitarbeiter, sich in interdisziplinären, komplexen und dynamischen Umgebungen selbstorganisiert zurechtzufinden“ umschrieben werden, wird an Bedeutung stark gewinnen. Eine konkrete Kompetenz, die in der vernetzten Produktion entscheidend sein wird, ist z.B. die Fähigkeit der Mitarbeiter, Signale der Veränderung wahrzunehmen, zu interpretieren und auftretende Probleme zu analysieren und dafür neue, noch unbekannte Lösungen zu erarbeiten.

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