Jeder zehnte Ausbildungsplatz unbesetzt IG BCE fordert mehr Anstrengungen bei Ausbildung

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die besonders geburtenstarken Jahrgänge gehen in den kommenden Jahren in den Ruhestand. Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie sieht zu wenig Nachwuchs. Sie fordert mehr Engagement der Unternehmen.

In der Chemie- und Pharmabranche kamen laut IG BCE Ende 2022 auf gut 580.000 Beschäftigte rund 25.000 Auszubildende aller Jahrgänge.(Bild:  frei lizenziert / Pexels)
In der Chemie- und Pharmabranche kamen laut IG BCE Ende 2022 auf gut 580.000 Beschäftigte rund 25.000 Auszubildende aller Jahrgänge.
(Bild: frei lizenziert / Pexels)

Die Unternehmen der Chemie-, Pharma- und Energiebranche müssen aus Sicht der Gewerkschaft IG BCE deutlich mehr junge Menschen ausbilden, um ausscheidende ältere Beschäftigte zu ersetzen. „4,3 %, das ist die Ausbildungsquote in der chemischen Industrie im Moment. Das reicht nicht aus, um die demografische Entwicklung nur annähernd auffangen zu können“, sagte IG-BCE-Vorstandsmitglied Francesco Grioli der Deutschen Presse-Agentur.

Ab dem Geburtsjahrgang 1964 schieden allein in der Chemie-Branche jährlich zwischen 25.000 und 30.000 Menschen aus dem Berufsleben aus. Das entspreche aktuell der Zahl aller Auszubildenden aller Lehrjahre. „Wir müssen uns in Richtung zehn Prozent bewegen, damit wir diesen Aderlass halbwegs kompensieren können.“

Grioli sagte weiter: „Eines darf nicht passieren: dass Linien und Anlagen stehenbleiben, nicht weil keine Aufträge da sind oder keine Vorprodukte – sondern weil die Leute fehlen, die die Anlagen bedienen“. Das Thema gehöre in Aufsichtsräte, in die Wirtschaftsausschüsse der Unternehmen, auf die Tagesordnung der Betriebsräte und in die Tarifpolitik. „Da geht es auch um die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, ein Thema, das die Arbeitgeber in hohem Maße interessieren müsste.“

Der Bundesarbeitgeberverband Chemie e.V. (BAVC) wies auf ein Plus bei den Ausbildungsplätzen hin. „Unsere Branche hat die Zahl der neuen Ausbildungsstellen 2022 von 8575 auf 9265 hochgefahren“, erklärte ein Sprecher. Die Übernahmequote liege in der Chemie-Branche mit 94 % auf Top-Niveau.

In den vergangenen Jahren habe sich der Ausbildungsmarkt stark verändert. Selbst in der Chemie-Branche „mit guten Perspektiven und einem hohen Tarifentgelt“ seien 2022 zehn Prozent der angebotenen Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben. „Selbst wenn die Betriebe mehr Plätze anbieten, würde vor allem der Anteil unbesetzter Plätze wachsen“, erklärte der BAVC-Sprecher. Er verwies zudem auf die Kampagne der Arbeitgeber für eine duale Ausbildung in der Chemie- und Pharmabranche.

PROCESS-Veranstaltungen 2023

Waren Sie schon mal bei einer unserer Veranstaltungen? Falls ja, kommen Sie hoffentlich wieder, falls nein, werfen Sie doch mal einen Blick auf die Veranstaltungsseiten und profitieren Sie von Frühbucherrabatten.
Am 13. und 14. September finden der Smart Process Manufacturing Kongress , sowie das SIL-Forum in Würzburg statt.
Am 21. und 22. November können Sie bei den Förderprozessforen netzwerken. Bei Wasserstoff-, Pumpen- und Schüttgutforum sind bestimmt auch spannende Themen für Sie dabei.

Die Unternehmen der Branchen müssten sich als attraktive Arbeitgeber darstellen – dort werde daran gearbeitet, klimaneutral zu werden oder neue Werkstoffe zu entwickeln. Das wolle die IG BCE mit einer Ausbildungskampagne auch machen. Es müsse eine sichere Anschlussbeschäftigung nach der Ausbildung geben, Karrierechancen und eine gute Vereinbarung zwischen Familie und Beruf. Zudem müssten die Unternehmen stärker auf gute Real- und Hauptschüler schauen.

In der Chemie- und Pharmabranche kamen laut IG BCE Ende 2022 auf gut 580.000 Beschäftigte rund 25.000 Auszubildende aller Jahrgänge. Das seien 1000 weniger als im Vor-Corona-Jahr 2019. Neu geschaffen worden seien 2022 in der Chemie 9265 Ausbildungsplätze, so die IG BCE. 2019 habe die Zahl bei 9512 gelegen.

(ID:49486396)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung