Umfrage von VAA und Dechema Hohe Energiepreise und Bürokratie bremsen Chemie- und Pharmaindustrie aus

Quelle: VAA 2 min Lesedauer

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Unter den aktuellen industriepolitischen Rahmenbedingungen bleiben die Zukunftsausschichten für die Arbeitsplätze in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland negativ. Zu diesem Schluss kommt die aktuelle Umfrage des VAA und der Dechema unter den Fach- und Führungskräften in den Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Branche.

Die Zukunftsaussichten für Arbeitsplätze in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland bleiben unter den aktuellen industriepolitischen Rahmenbedingungen negativ.(Bild:  frei lizenziert / KI-generiert /  Pixabay)
Die Zukunftsaussichten für Arbeitsplätze in der chemisch-pharmazeutischen Industrie in Deutschland bleiben unter den aktuellen industriepolitischen Rahmenbedingungen negativ.
(Bild: frei lizenziert / KI-generiert / Pixabay)

Im Rahmen einer Umfrage haben die Mitglieder des VAA und der Dechema Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie unter anderem die Bedeutung von insgesamt 17 Standortfaktoren für den Fortbestand der Arbeitsplätze in der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie bewertet.

Wie im Vorjahr gaben die Befragten eine insgesamt sehr kritische Rückmeldung. Insbesondere die Höhe der Energiepreise, die fehlende Stabilität der industriepolitischen Rahmenbedingungen und die bürokratischen Hemmnisse wurden als negative Einflussfaktoren für den Fortbestand der Arbeitsplätze identifiziert. Als positive Einflussfaktoren wurden dagegen das Ausbildungsniveau der Fachkräfte, die Leistungsfähigkeit der vorhanden Produktionsinfrastruktur sowie die Nähe zu wissenschaftlichen Institutionen und Dienstleistern am Standort Deutschland benannt.

Aus den im Vergleich zum Vorjahr unverändert schlechten Ergebnissen leitet der 2. Vorsitzende des VAA Dr. Christoph Gürtler einen hohen Handlungsdruck für die Politik ab: „Eine der ersten Aufgaben der neu gewählten Bundesregierung muss es sein, die industriepolitischen Rahmenbedingungen zu verbessern und zu stabilisieren. Deutschland steckt in einer Rezession fest und wir können uns keine weitere Verzögerung leisten, wenn wir diese Arbeitsplätze retten wollen.“

Bei der Positionierung der deutschen Chemie- und Pharmabranche im internationalen Wettbewerb sahen die Umfrageteilnehmer nach wie vor Stärken und Schwächen: Die Ausbildung wurde von fast 60 % der Befragten als im Vergleich sehr gut oder eher gut bewertet, die Technologieoffenheit von rund 40 %. Beide Werte haben sich damit gegenüber dem Vorjahr leicht verbessert. Kritisch gesehen wurden weiterhin Wettbewerbsfaktoren wie die Umsetzung neuer Technologien und die Technikaufgeschlossenheit in der Gesellschaft.

Dechema-Geschäftsführer Dr. Andreas Förster sagte dazu: „Wir werden im internationalen Wettbewerb nur bestehen können, wenn wir das starke Netzwerk aus Unternehmen und Wissenschaft in Deutschland als Stärke erkennen und nutzen. Dafür muss die Politik die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen, wir müssen diese Aufgabe aber auch als Gesellschaft insgesamt angehen.“

Durchgeführt wurde die Umfrage zum Chemie- und Pharmastandort Deutschland im Dezember 2024 unter knapp 1500 Mitgliedern des VAA und der Dechema, die als Fach- und Führungskräfte in Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Chemie- und Pharmabranche tätig sind.

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