Ceresana-Bericht Auto-Teile aus Zucker? Hightech-Kunststoffe im Bio-Trend

Quelle: Ceresana 2 min Lesedauer

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Hochleistungskunststoffe sind nicht nur widerstandsfähig und vielseitig, sondern setzen zunehmend auf nachwachsende Rohstoffe. Doch welche Märkte treiben das Wachstum voran? Und warum dominiert ABS weiterhin den Weltmarkt? Die neue Ceresana-Studie liefert spannende Einblicke in die Zukunft technischer Kunststoffe.

Ceresana hat den Weltmarkt für Hochleistungspolymere untersucht.(Bild:  Ceresana)
Ceresana hat den Weltmarkt für Hochleistungspolymere untersucht.
(Bild: Ceresana)

Auto-Teile aus Zucker oder Pflanzenöl? Technische Kunststoffe sind zwar meist immer noch teurer als gewöhnliche Standardkunststoffe. Sie bieten aber nicht nur hervorragende mechanische und chemische Eigenschaften, sondern zunehmend auch natürliche Ausgangsstoffe und Bio-Qualitäten. Ceresana hat den Weltmarkt für die Hochleistungspolymere untersucht: Aktuell werden pro Jahr über 24 Millionen Tonnen ABS, PC, PA, PMMA, POM, PBT, SAN und Fluorpolymere verkauft. Die Nachfrage für den bunten Reigen von Abkürzungen wird auch weiterhin wachsen: Die Marktforscher prognostizieren, dass der weltweite Verbrauch von technischen Kunststoffen bis 2033 um rund 2,6 % pro Jahr steigen wird. Die größten Absatzmärkte dafür sind China, die USA, Deutschland und Japan.

Hightech-Kunststoffe folgen Bio-Trend

Technische Kunststoffe werden gerne dort eingesetzt, wo andere Materialien nicht mehr mithalten können: hohe Temperaturen, aggressive Chemikalien, extreme Anforderungen. Die leichten, fast beliebig formbaren, kostengünstigen und zuweilen sogar recycelbaren Hochleistungskunststoffe ersetzen Metall, Glas oder Keramik in Gleitlagern, Zahnrädern, Dichtungen, Isolatoren, Gehäusen und anderen anspruchsvollen Anwendungsgebieten. Der Trend zu Bio-Kunststoffen und Bio-Additiven hat dabei auch die technischen Kunststoffe erfasst. Bereits ganz oder zumindest teilweise biobasiert erhältlich sind zum Beispiel Polyamid (PA), besser bekannt als Nylon und vor allem für Textilien gebraucht, und Polymethylmethacrylat (PMMA), das unter Markennamen wie Plexiglas oder Acrylite verkauft wird. Mitsubishi Chemical fertigt Polycarbonat (PC) aus Glucose, also Traubenzucker: PC ist der Grundstoff für Smartphone-Hüllen, Earphones, Schutzhelme oder auch die Kühlergrills von Autos. Das japanisch-amerikanische Unternehmen Polyplastics entwickelt „carbon-negatives“ Polyoxymethylen (POM) aus fermentierter Biomasse, beziehungsweise Kohlendioxid und Wasserstoff: POM wird für Spritzguss-Teile aller Art gebraucht.

ABS ist der meistverkaufte technische Kunststoff

Derzeit dominiert Acrylnitril-Butadien-Styrol mit großem Abstand den Markt für technische Kunststoffe: Allein auf ABS entfallen rund 41 % der weltweiten Nachfrage. Typische ABS-Produkte sind Türverkleidungen für Autos, Gehäuse von Elektrogeräten, Folien, Rohre und Abdeckungen, aber auch Duschköpfe, Spielzeuge, Sport- und Freizeitprodukte. ABS wird vor allem im Automobil-Bereich verwendet, für Elektrik und Elektronik, in geringeren Mengen auch in der Bauindustrie und für Haushaltsgüter. Aktuell sind Konsum-, Elektro- und Elektronik-Produkte die größten Absatzmärkte für technische Kunststoffe. Ceresana erwartet jedoch, dass in den kommenden Jahren ein anderes Einsatzgebiet die höchsten Zuwächse erreichen wird: die Fahrzeugindustrie. Dagegen wird sich die Nachfrage der Bauindustrie voraussichtlich schwächer entwickeln. Der neue Marktreport von Ceresana bietet bereits zum fünften Mal umfassende Verbrauchs-, Umsatz-, Produktions- und Handelszahlen zum gesamten Weltmarkt für technische Kunststoffe, aber auch jeweils die Nachfrage für die verschiedenen Kunststoff-Typen und deren Anwendungen.

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