PTFE-Schläche

Hochbeständig und modular aufgebaut

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Alle PTFE-Schlauchvarianten sind chemisch hoch beständig. Sie reagieren nur mit ganz wenigen Chemikalien wie z.B. flüssigen Alkalimetallen oder Halogenen. Durch ihre Molekül-Netz-Struktur lassen sich bei PTFE-Linern eine Absorption der Chemikalien und eine Permeation nicht ganz ausschließen. Absorption bedeutet, dass sich die Chemikalie zwischen den Molekülketten einlagern kann und somit die mechanischen Eigenschaften erheblich mindern. Dies kann Sprödbrüche auslösen. Die Permeation führt dazu, dass die Chemikalie durch den Liner hindurchdiffundiert und andere nicht so beständige Komponenten an der Schlauchleitung angreift. Daher sind die PTFE-Sorten für Schlauchleitungen modifiziert, um diese Auswirkungen zu mildern. Anwender sollten daher wissen, aus welchem PTFE der Liner besteht, da sich die Compounds unterschiedlich verhalten können.

Schräggewellt, glatt, gerippt?

Ebenso wichtig ist die Geometrie und die Wanddicke des Liners für die Auslegung relevant. Der Liner kann schräggewellt, glatt oder gerippt sein. Die bekannten schräggewellten Liner werden wegen der Biegefreudigkeit überwiegend dort eingesetzt, wo die Schlauchleitung eine hohe Biegeflexibilität haben muss, also in Bereiche, in denen oft an- und entkuppelt wird, starke Vibrationen auftreten und enge Einbaumaße bestehen. Die Wellung ist spiral- bzw. gewindeförmig, damit die Schlauchleitung bis auf den letzten Tropfen leerläuft. Diese Liner sind in der Norm DIN 26054 beschrieben und sind in einem breiten Anwendungspektrum verfügbar. Nennweiten von DN 13 bis DN 150 sind herstellbar.

Dem Vorteil an Flexibilität steht allerdings ein Betreiben mit etwas verringerten Strömungsgeschwindigkeiten und etwas höherem Druckverlust entgegen. Vakuumfeste Ausführungen sind zusätzlich mit einer Edelstahlspirale verstärkt, die nicht mit dem Fördermedium in Kontakt kommt.

Glatte PTFE-Schlauchleitungen erzielen ihre Biegeflexibilität über Dehnung und Stauchung des Liners. Sie zeichnen sich, wie die Schrägwellschläuche, durch eine konstante Wanddicke aus. Werksseitig werden sie oft gleich mit einem Edelstahlgeflecht umflochten. In kleinen Nennweiten besitzen sie eine gute Biegefreudigkeit. Sie sind selten gebördelt, da dieses nur mit Vorrichtungen möglich ist. In der Chemie- und Pharmaindustie sind sie oft mit einer Deckschicht auf Elastomer- oder Silikon-Basis versehen.

Die gerippten oder annähernd glatten Liner, vorzugsweise in hoch sensiblen und hoch reinen Bereichen wie der Pharmabranche eingesetzt, weisen an der Außenseite unterschiedliche Verstärkungen auf, um eine Biegeflexibilität zu erzielen. Bekannt sind z.B. „Burgzinnenprofile“ oder Edelstahldrahtspiralen. Sie sind ebenfalls modular aufgebaut, was eine Bördel und anforderungsgerechte Druckträger ermöglicht. In pharmazeutischen Bereichen ist die Deckenbeschichtung mit Silikon oder Gummi eine wesentliche Voraussetzung für eine vollständige Reinigbarkeit.

PTFE-Schlauchleitungen lassen sich damit durch ihre Gestaltungsmöglichkeiten gut auf unterschiedlichste Anforderungen anpassen und finden in sensiblen Bereichen wie der Pharma-, Lebensmittel- oder chemischen Industrie ihren Einsatz.

* * Der Autor ist Technischer Leiter der Markert Gruppe, Neumünster. Kontakt: Tel. +49-4321-8701-0

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