Das Projekt „Hypat – H2 Potenzialatlas“ liefert Antworten auf zentrale Fragen zur Zukunft des grünen Wasserstoffs: Welche Länder können Deutschland nachhaltig versorgen? Wie entwickeln sich globale Angebot und Nachfrage? Und wie kann die Industrie klimaneutral transformiert werden?
Der Wasserstoff-Potenzialatlas untersucht die Rolle von grünem Wasserstoff für Industrie, Verkehr und Energie.
Im Projekt „Hypat – H2 Potenzialatlas“ haben neun Forschungseinrichtungen unter Beteiligung des Fraunhofer IEG die künftige Rolle von grünem Wasserstoff bei der Transformation der Industrie, des Verkehrssektors und der Energiewirtschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaneutralität untersucht. Dabei wurden mögliche Partnerländer Deutschlands für eine sichere und nachhaltige Versorgung identifiziert, globale Angebots- und Nachfragepotenziale für Wasserstoff und seine Syntheseprodukte ermittelt sowie Impulse für mögliche Import-, Förder- und Kooperationsstrategien gegeben. Der Endbericht wurde jetzt veröffentlicht.
„Wir geben im Projekt einen umfassenden Überblick über zukünftige Produktions- und Importländer und beantworten die Frage, wie Deutschland seinen Energiebedarf durch Importe von grünem Wasserstoff decken kann“, beschreibt Dr. Christoph Nolden vom Fraunhofer IEG die Projektziele.
Ein zentrales Ergebnis ist, dass die globale Nachfrage nach grünem Wasserstoff und seinen Syntheseprodukten gerade bei ambitionierten Treibhausgasminderungszielen deutlich steigen wird. Die Bandbreite des weltweiten Wasserstoffbedarfs im Jahr 2050 liegt dabei zwischen 4 und 11 % des globalen Endenergiebedarfs. Für Deutschland liegt sie unter anderem aufgrund der Industriestruktur und der großen Bedeutung des Stahl- und Chemiesektors als potenzielle Nachfrager bei circa 20 % des Endenergiebedarfs.
Mehr Investitionen sind notwendig
Im Projekt durchgeführte Analysen zeigen zudem, dass das globale Angebotspotenzial an grünem Wasserstoff ausreicht, um die globale Nachfrage zu decken, selbst unter Einbeziehung von Restriktionen wie Wasserknappheit. Dies bietet Deutschland gute Möglichkeiten zur Diversifizierung seiner Importe und damit zur Risikoabsicherung. Wirtschaftlich günstiger wäre es allerdings, sich eher auf wenige Lieferländer zu konzentrieren, um Skaleneffekte zu erreichen und hohe Herstellungs- und Transportinfrastrukturkosten zu vermeiden. Derzeit kommt der Markthochlauf nur langsam voran. Multiple Unsicherheiten wie geopolitische Unruhen, Versorgungsunterbrechungen, unsichere Abnahmemengen oder hohe Energie- und Rohstoffpreise führen dazu, dass notwendige Investitionen nicht getätigt werden.
Was die Kosten für den Wasserstoffimport nach Europa anbelangt, ist nach Berechnungen im Projekt mit Kosten von 3,5 bis 6,5 Euro/kg im Jahr 2030 und 2,5 bis 4,5 Euro/kg im Jahr 2050 zu rechnen. Die Großhandelspreise für Deutschland dürften mit mehr als 4 Euro/kg im Jahr 2050 langfristig vergleichsweise hoch sein. Innerhalb der EU und weltweit muss Deutschland mit den höchsten Wasserstoffpreisen rechnen.
Im Hinblick auf die Versorgungssituation kommt das Projekt Hypat zum Ergebnis, dass sich die EU im Wesentlichen selbst wirtschaftlich mit Wasserstoff versorgen kann, während sie bei Syntheseprodukten, sowohl bezüglich der benötigten Mengen als auch aus wirtschaftlichen Aspekten heraus, auf Importe angewiesen ist. Exportländer und der Aufbau internationaler Transportkapazitäten sollten deshalb von Deutschland aktiv unterstützt werden. Innerhalb der EU finden derzeit hohe Investitionen in Ländern statt, die einen hohen Wasserstoffbedarf haben, aber weniger in Ländern mit günstigen Erzeugungspotenzialen wie Frankreich – hier gilt es künftig EU-weit die Schwerpunkte richtig zu setzen.
Da der Importbedarf global insgesamt nur mäßig ausfällt, wird auch der globale Handel zwischen 2030 und 2050 voraussichtlich nur ein Drittel des Gesamtbedarfs ausmachen. Allen voran Deutschland, aber auch die Niederlande, Belgien und Italien in der EU sowie Japan und Südkorea auf globaler Ebene werden hier einen großen Importbedarf haben.
Als potenzielle Exportländer bieten sich den Experten zufolge aus techno-ökonomischer Sicht unter anderem Marokko, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kanada, Brasilien sowie Chile an, da diese neben günstigen Voraussetzungen mit Blick auf erneuerbare Energien auch Zugang zu kostengünstigem Kapital haben. Daneben gelte es auch andere Kriterien wie geopolitische Interessen, Menschenrechte und Demokratie-Aspekte zu berücksichtigen. Wasserverfügbarkeit, nationale Regulatorik und die heimische Energienutzung spielen hier laut Studie ebenfalls eine wichtige Rolle – Wasserstoffprojekte für den Export sollten lokale Energiewende-Aktivitäten nicht verdrängen oder lokale Treibhausgasemissionen erhöhen. Die lokale Bevölkerung sollte von Ansiedlungsprojekten profitieren. Wasserstoffprojekte bieten oft ein hohes Konfliktpotenzial in diesen Ländern.
Stand: 08.12.2025
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