Neue Fertigungs- und Prüfhalle für Großpumpen eingeweiht Große Pumpen bis 50 MW im Visier

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

War das ein dezenter Hinweis darauf, dass ab jetzt gespart werden muss? Jedenfalls ließ KSB zur Einweihung seiner neuen Fertigungs- und Prüfhalle für Großpumpen am 30. April einen schottischen Dudelsack-Bläser aufmarschieren, der die gut 1000 Mitarbeiter und Gäste in das Gebäude führte. Hier fertigt und testet KSB nun Pumpen bis zu einer Leistung von 50 MW.

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Das neue Prüffeld von KSB im Werk Frankenthal ist eines der weltweit modernsten und leistungsfähigsten für Kraftwerksaggregate. (Bild: KSB)
Das neue Prüffeld von KSB im Werk Frankenthal ist eines der weltweit modernsten und leistungsfähigsten für Kraftwerksaggregate. (Bild: KSB)

Frankenthal – Mit einer Länge von 182 m, einer Breite von 60 m und einer Höhe von 16 m ist die Halle eine wahrhaft imposante Erscheinung – unter architektonischen Gesichtspunkten ebenso wie mit Blick auf die verfügbare Technik. KSB-Vorstandsmitglied Dr. Peter Buthmann zeigte sich denn auch sichtlich stolz auf ‚sein’ 40-Millionen-Euro-Projekt: „Es besteht weiterhin weltweit ein großer Bedarf an Energie und damit an Kraftwerken. Für diese Nachfrage müssen wir gerüstet sein. Mit Produktions- und Lagerkapazitäten sowie mit hochqualifizierten Mitarbeitern. Und deshalb hat sich jeder einzelne Euro dieser Investition gelohnt.“

An einem einzigen Ort bündelt das Unternehmen alle Prozessschritte zur Produktion von Großpumpen, von der Schweißtechnik und der mechanischen Fertigung über die Montage kompletter Aggregate sowie Probeläufe bis hin zum Versand. Ein ‚Integriertes Management’ stellt sicher, dass zu jedem Produktionsschritt die erforderlichen Zulassungen, Qualifizierungen und Zertifizierungen vorhanden sind.

Bereits Ende 2009 startete der Probebetrieb des in die Produktionshalle integrierten Großpumpen-Testfelds. Dort wird vor der Auslieferung überprüft, ob die Aggregate ihren Wirkungsgrad erreichen und störungsfrei laufen. Das Prüffeld ist eines der weltweit leistungsfähigsten für Kraftwerkspumpen: Es verfügt über eine Antriebsleistung von 20 MW (erweiterbar auf 40 MW!), ermöglicht Tests bei Drücken bis 500 bar und hält Prozesstemperaturen bis zu 220°C stand. Bei Testläufen können bis zu 3.500 m³/h Wasser gefördert werden.

Standardprüfungen (hydraulische Prüfungen nach internationalen Abnahme-Normen; Messung hydraulischer Kenndaten wie Druck, Menge, Temperatur; drehzahlgeregelter Probelauf) sind ebenso möglich wie Sonderprüfungen (Bestimmung des NPSH-Wertes; Heißwasser-Probelauf; Schwingungs-, Geräusch-, Leckage- und Druckpulsations-Messungen; Temperatur-Schocktests). Im String-Test ist auch ein Probelauf des Aggregats mit dem Original-Motor möglich; Vorpumpe, Motor, hydraulisches Regelgetriebe und Hauptpumpe können auf dem Fundament aufgebaut werden.

Der Neubau im Werk Frankenthal ist Teil einer Gesamtinvestition in Höhe von rund 70 Millionen Euro, die KSB binnen drei Jahren an den drei größten deutschen Produktionsstandorten getätigt hat.

Fazit: Zahlreiche Kernkraftwerke und hocheffiziente konventionelle Kraftwerke mit Leistungen von mehr als 800 MW sind derzeit in Planung, um den weltweit zunehmenden Energiebedarf zu decken. Dafür sind große Kesselspeisepumpen bis zu einer Leistung von 50 MW gefragt, die zudem hohen Temperaturen und hohen Drücken standhalten. Mit der rund 40 Millionen Euro teuren neuen Fertigungs- und Prüfhalle – es ist dies die größte Einzelinvestition am Standort Frankenthal - sichert KSB seine führende Position bei Großpumpen für die Energietechnik. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad sieht das ähnlich: „Auch wenn die Konjunktur aktuell nicht die beste ist, kann KSB dank dieser Investition besser aus der Krise herauskommen als andere.“

* Der Autor ist freier Mitarbeiter bei PROCESS.

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