Fischer-Tropsch-Verfahren Power-to-Liquid: Neue Forschungsanlage soll industrielle Produktion beschleunigen

Quelle: Griesemann 2 min Lesedauer

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Die Griesemann Gruppe übernimmt als Generalunternehmer den Bau der weltweit größten Power-to-Liquid-Anlage in Leuna. Die Forschungsplattform des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll die industrielle Produktion von strombasierten, nachhaltigen Flugkraftstoffen in Schwung bringen.

Die TPP-Anlage soll normgerechte und nachhaltige PtL-Kraftstoffe produzieren und fortlaufend verbessern.(Bild:  DLR)
Die TPP-Anlage soll normgerechte und nachhaltige PtL-Kraftstoffe produzieren und fortlaufend verbessern.
(Bild: DLR)

Das Industrieservice-Unternehmen Griesemann hat den Auftrag als Generalunternehmer (Engineering, Procurement and Construction – EPC) für die weltweit größte Forschungsanlage zur Herstellung von Power-to-Liquid-Kraftstoffen (PtL) in Leuna erhalten. Die Technologieplattform Power-to-Liquid-Kraftstoffe (TPP) des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) soll die industrielle Produktion strombasierter Flug- und weiterer PtL-Kraftstoffe – auch bekannt als Sustainable Aviation Fuels (SAF) oder E-Fuels – beschleunigen. Das DLR will mit dieser Anlage technische Probleme lösen, die mit der Hochskalierung der Herstellungsprozesse verbunden sind. Damit soll der industriellen Produktion der Weg geebnet werden. Die Griesemann Gruppe wird diese Anlage nach aktueller Planung auch betreiben.

Das Unternehmen war bereits an der Machbarkeitsstudie für die Standortwahl des Projekts beteiligt. Als Generalunternehmer übernimmt die Gruppe unter anderem einen Großteil des ingenieurtechnischen Projektmanagements, sämtliche Beschaffungsdienstleistungen und die Ausarbeitung der Genehmigungsplanung sowie das Detail Engineering unter der Beteiligung der inhouse vorhandenen, multidisziplinären Engineering-Gewerke.

Nach Erstellung des Detail Engineerings und Freigabe zur Ausführung, wird die Anlage unter der gesamtverantwortlichen Bau- und Montageleitung der Griesemann Gruppe errichtet. Um es zu realisieren, bringt das Unternehmen nun seine gesamte Expertise aus Engineering und Anlagentechnik ein. Damit Deutschland seine Technologieführerschaft bei E-Fuels und PtL ausbauen kann, lässt sich die Anlage um einen Forschungsstrang sowie weitere Komponenten ergänzen. Diese Option hängt von der Finanzierung durch weitere Fördermittel ab.

„Wir freuen uns sehr, dass wir in unserer Rolle als Generalunternehmer einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und zur Entwicklung zukunftsweisender Technologien für eine nachhaltige Luft- und Schifffahrt leisten dürfen“, erklärt Geschäftsführer Björn Griesemann.

Ziel der TPP-Anlage ist es, normgerechte und nachhaltige PtL-Kraftstoffe mit Fokus auf klimaneutrale Flugkraftstoffe herzustellen und weiter zu optimieren. Diese überzeugen durch hohe Energiedichten sowie schadstoffarme Verbrennung. Mit einer Kapazität von 2500 Tonnen PtL-Produkt pro Jahr wird die Anlage als erste ihrer Art eine Gesamtintegration auf industriellem Niveau erproben und als technischer Maßstab für künftige Produktionsanlagen dienen. Um die bereits existierenden nachhaltigen Flugkraftstoffe auf biogener Basis zu ergänzen, produziert die DLR-Anlage synthetische Kraftstoffe aus grünem, RED II konformen Wasserstoff, erneuerbarer Energie und CO2.

Die Synthese der strombasierten Kraftstoffe findet auf Basis des Fischer-Tropsch-Verfahrens statt. Synthetische, strombasierte Flugkraftstoffe sind unverzichtbar für die Defossilisierung des Mittel- und Langstreckenflugverkehrs. Die Technologieplattform markiert einen bedeutenden Meilenstein, um eine klimaneutrale, nicht-biogene SAF-Produktion im industriellen Maßstab zu skalieren.

Gefördert vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) steht die Anlage nicht nur der Forschung des DLR zur Verfügung, sondern kann auch von Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen aus ganz Europa genutzt werden.

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