21.01.2026

Phosphorrecycling mit weniger Schwermetallen | PHOS4green-Pilotanlage jetzt in Weimar

Glatt Ingenieurtechnik nutzt eine Containeranlage zur Schwermetallabreicherung von Klärschlammaschen im Zuge der Phosphor Rückgewinnung für Kundenversuche.

Phosphor ist ein essenzieller Pflanzennährstoff und für die menschliche Ernährung unersetzlich. Weil seine natürlichen Vorkommen begrenzt sind, wird Phosphorrecycling für Klärschlamm ab 2029 verpflichtend. Dafür stellt Glatt die erprobte PHOS4green-Technologie bereit, die mit der Schwermetallabreicherung um einen entscheidenden Prozessschritt erweitert wurde.

„Unsere Anlage steht bereit für Ihre Klärschlammaschen“, lädt Jan Kirchhof, Head of Sales bei Glatt Ingenieurtechnik , die Fachwelt zu Pilotversuchen am Glatt Technologiezentrum in Weimar ein. Gefragt sind insbesondere Klärschlammaschen mit erhöhten Schwermetallgehalten, aus denen dank der PHOS4green-Technologie auf der neuen Demonstrationsanlage Düngergranulate für die Agrarwirtschaft werden, die alle Vorgaben und Grenzwerte düngemittelkonform erfüllen.

Die Zukunft des Düngens gestalten

PHOS4green ist ein innovatives patentiertes Verfahren, um den essenziellen Nährstoff Phosphor aus Aschen zurückzugewinnen und durch Granulation direkt in Form neuer Phosphat- oder Mehrnährstoffdünger nutzbar zu machen. Durch Säuren werden dabei unlösliche Phosphate in eine pflanzenverfügbare Form überführt. In einer Suspension erfolgt die Umwandlung der schwerlöslichen Phosphatverbindung. Die Zusammensetzung der Suspension ist frei definierbar. Die industrielle Umsetzung der PHOS4green-Technologie erfolgte bereits vor mehreren Jahren. Ein verbreitetes Problem blieb aber bisher ungelöst: Leider sind Klärschlämme und ihre Aschen an vielen Standorten auch durch erhöhte Schwermetallbestandteile gekennzeichnet. Ein Upcycling für den Einsatz als Düngemittel kommt für diese Phosphorquellen ohne entsprechende Aufbereitung nicht in Betracht. Diese Lücke schließt Glatt mit einem Verfahren zur Schwermetallabreicherung. Es wurde erfolgreich in einer mobilen Demonstrationsanlage erprobt, in der experimentelle Untersuchungen zur Rücklösung und Abtrennung von Schwermetallen aus Klärschlammaschen im Pilotmaßstab durchgeführt werden können.

Erweiterung der Pilotversuche im Technologiezentrum

Die Demonstrationsanlage für das weiterentwickelte PHOS4green-Verfahren war bisher Bestandteil des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF[1]) geförderten RePhoRM-Projektes, das die Möglichkeiten für ein regionales Phosphorrecycling in der Rhein-Main-Region untersuchte. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojektes wurden die fünf mit der Anlage bestückten Container im Außenbereich des Glatt Technologiezentrums in Weimar aufgestellt. Dort erweitern sie die Versuchsmöglichkeiten als Bindeglied zum bereits bestehenden Portfolio für die Phosphorrückgewinnung. Glatt bietet seinen Kunden Kapazitäten für die Erprobung des PHOS4green-Verfahrens im Labor- und Pilotmaßstab mit Granulation zu individuellen Düngerrezepturen an. Mit dem Verfahren zur Schwermetallabreicherung ist die Rückgewinnung des wertvollen Phosphors als Dünger für die Landwirtschaft nun auch für belastete Aschen möglich.

[1] heute: BMFTR – Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt