Gefahrstofflagerung
Risikofaktor Bestandsanlage: So planen Sie die Gefahrstofflagerung bei Kapazitätserweiterungen

Ein Gastbeitrag von Paul Fricke, Geschäftsführer von Protectoplus und Experte für die Lagerung und Handhabung gefährlicher Stoffe 4 min Lesedauer

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Die Erweiterung von Produktionskapazitäten führt in Bestandsanlagen oft schleichend zu einer Verdichtung der Lagerbestände. Wenn bestehende Infrastrukturen nicht mitwachsen, entstehen komplexe Risikokonstellationen durch unzureichende Rückhaltevolumina und stoffliche Unverträglichkeiten. Eine systematische Einbindung der Lagerbereiche in das Sicherheitskonzept ist daher für Anlagenbetreiber unerlässlich.

Sicherheitsupdate für die Bestandsanlage: Durch flexible Schutzsysteme lassen sich wachsende Lagermengen und komplexe Risikokonstellationen normgerecht beherrschen. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Sicherheitsupdate für die Bestandsanlage: Durch flexible Schutzsysteme lassen sich wachsende Lagermengen und komplexe Risikokonstellationen normgerecht beherrschen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Flexiblere Produktionsmengen führen oft dazu, dass auf bestehenden Flächen deutlich mehr Stoffe gelagert werden als ursprünglich genehmigt. Während die Prozesstechnik modernisiert wird, veraltet die Lagerinfrastruktur oft. Das verstößt stark gegen die Vorschriften der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV).

Ein kritisches Szenario in der Bestandssicherung ist das Missverhältnis zwischen tatsächlicher Lagermenge und vorhandenem Rückhaltevolumen: Viele ältere Lagerbereiche wurden nach dem Grundsatz der „einfachen Barriere“ konzipiert, die für ein spezifisches Volumen ausgelegt war. Erhöht ein Betrieb die Anzahl der Gebinde oder stellt von Kleingebinden auf IBC um, reicht die Kapazität der vorhandenen Bodenwannen oder beschichteten Flächen im Havariefall oft nicht mehr aus.