Pneumatische Automatisierungstechnik Festo propagiert pneumatische Automatisierung für die Prozessindustrien
Die Wurzeln von Festo liegen in der Fabrikautomation. Doch das Unternehmen will nun noch stärker in der Prozessautomation Fuss fassen. Insbesondere die Wasser/Abwasser-Industrie steht im Fokus, da die Produktfelder der Factory Automation in einem ersten Schritt gut übertragbar sind und die Vorteile pneumatischer Lösungen von Festo gut zum Tragen kommen.
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Pneumatische Automatisierungstechnik ist wie gemacht für Prozessindustrien: Sie ist robust, kostengünstig und zuverlässig. Luft lässt sich einfach transportieren, speichern und gut regulieren; mit ihrer Hilfe können verstärkte Schub- und Zugkräfte sowie Drehmomente durch Druckerhöhung erreicht werden. So ist zumindest das Credo des Automatisierungstechnik-Anbieters Festo auf der IFAT Entsorga.
"Gerade bei Wasseraufbereitungsanlagen ist die Pneumatik eine kostengünstige und zuverlässige Alternative zu elektrischen Automatisierungssystemen", betonte Dr. Eckard Roos, Leiter Process Automation Management bei Festo, im Pressegespräch auf der Umweltmesse in München.
Im Vergleich zu elektrischen Installationen könnte eine pneumatische Automatisierungstechnik die Investitions-, Installations- und Betriebskosten teilweise um mehr als 50 Prozent reduzieren, über ihre gesamte Lebensdauer hinweg seien pneumatische Antriebe wartungsfrei, so Roos. Da Armaturen in der Wassertechnik unregelmäßig betätigt werden, können Ablagerungen oder Verbackungen entstehen, die zu deutlich höheren Losbrechmomenten führen. Hier ist die Überlastsicherheit der Pneumatik eine weitere wichtige Eigenschaft. Bei einem Stillstand des Antriebs kann der Druck am Druckregler erhöht werden, um mehr Kraft anwenden zu können.
Entscheidend für viele Projekte in Schwellenländern und Wachstumsregionen wie China, Malaysia und Indonesien ist nach den Erfahrungen von Festo zudem, dass die Druckluft auch bei einem Stromausfall zur Verfügung steht: Für die Erzeugung und Aufbereitung ist neben einem Kompressor immer auch ein Druckluftspeicher vorhanden, durch eine Handbedienung lässt sich die Regelarmatur auch ohne elektrische Energie einstellen.
Sicherheit im Vordergrund
Pneumatische Antriebe verfügen über drei Notfunktionen bei Spannungsabfall – Auf, Zu, Halt – und ermöglichen niedrige Betriebsdrücke. Sie sind prädestiniert für den Einsatz im Ex-Bereich, insbesondere wenn explosionsgeschützte Ventile, z. B. Namur-Ventile mit entsprechenden Spulen, verwendet und die Ventile oder Ventilinseln außerhalb der Ex-Zone platziert werden. Die im Ex-Bereich eingesetzten pneumatischen Antriebe werden dabei über Schläuche versorgt – die Steuerungselektrik kann in ungefährlichen Bereichen installiert werden. Standardmäßig sind pneumatische Antriebe ATEX-zugelassen bis Zone 1.
Ventilinsel als dezentrales Element
Armaturen mit ihren Stellantrieben sind in Wasseraufbereitungsanlagen überall verteilt und teilweise schwer zugänglich. Eine Möglichkeit ist, sie über Einzel-Vorsteuerventile anzusteuern, eine andere, sie über dezentrale Ventilinseln an das Leitsystem anzubinden. Schaltschrankfertige, dezentrale Ventilinselsysteme, wie sie von Festo angeboten werden, sind meist kostengünstiger. Sie helfen, komplexe Anlagen modular und übersichtlich in einem durchgängigen System zu automatisieren. Diese Systemlösung hat mit dem Feldbus nur eine einzige, klar definierte und standardisierte Schnittstelle zwischen der Steuerung (SPS) und der Ventilinsel. Erweiterungen oder Änderungen können auf der Steuerebene erfolgen, ohne die Hardware auszutauschen.
Anwendung finden Pneumatik-Lösungen von Festo weltweit in Wasserwerken und Kläranlagen. Das jüngste realisierte Projekt, das derzeit kurz vor der Inbetriebnahme steht, ist die Automatisierung einer Wasseraufbereitungsanlage mit Ventilinsel und integrierter Stellungreglerfunktion in Ägypten in Zusammenarbeit mit Bamag, das auf der IFAT Entsorga im Mittelpunkt der Unternehmenspräsentation stand.
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