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Sind besondere Funktionsbausteine oder Standard-Industrie-Komponenten erforderlich, die über keine Ex-Zulassung verfügen, bietet der Einbau in ein Gehäuse der Zündschutzart „Druckfeste Kapselung (Ex d)“ aus Aluminiumdruckguss oder korrosionsbeständigem Edelstahl die erforderliche Sicherheit. Im Falle einer Explosion im Inneren hält dieses Gehäuse dem Druck stand und verhindert eine Übertragung der Explosion nach außen. Dafür werden Standardgehäuse für eine bestimmte Gerätegruppe (Gasgruppe IIB oder IIC) geprüft und zertifiziert. Zudem müssen Grenzwerte für die Verlustleistung bzw. die Temperaturklasse entsprechend der Zertifizierung eingehalten werden.
Abhängig von der Applikation und dem normentechnischen Umfeld werden Kabel zum Anschluss direkt mit bescheinigten druckfesten Kabelverschraubungen in das Gehäuse eingeführt. Alternativ bietet ein angeflanschter Klemmenkasten in „Erhöhter Sicherheit (Ex e)“ die erforderliche Anschlusstechnik. Diese Installationsvariante bietet den Vorteil, dass das druckfeste Gehäuse nicht geöffnet werden muss. Zudem schafft die Kombination mit Bedien- und Anzeigeelementen direkt im Ex e-Gehäuse zusätzlichen Bedienerkomfort.
Schutz in Überdruckkapselung
Die Zündschutzart „Überdruckkapselung (Ex p)“ bildet auch in Kombination mit anderen Zündschutzarten die optimale Lösung für explosionsgeschützte Steuerungen, wenn die Anforderungen an die Anlagensteuerung komplexer und die Verlustleistungsgrenze der druckfesten Kapselung gesprengt werden. Ein ständiger Überdruck gegenüber der Umgebung verhindert, dass explosionsfähige Atmosphäre in ein geschlossenes Schutzgehäuse eindringen kann. Eventuell auftretende Leckverluste werden mit Spülgas ausgeglichen. In die Gehäuse können nicht Ex-geschützte Steuer- und Schaltgeräte sowie komplette Automatisierungssysteme eingebaut werden.
Auf Basis einer modularen, zertifizierten Überdrucksteuerung entstehen betriebsbereite Ex-Lösungen – inklusive der notwendigen Zertifizierung. Die Ausführung der Ex p-Lösungen erfolgt je nach Anwendung in Stahlblech oder Edelstahl, mit Klimatisierung und unterschiedlicher Lackierung – seewasser- und tropenfest. Bei Vor-Ort-Steuerstellen für den Einsatz in den Ex-Zonen 21 und 22 mit brennbaren Stäuben kommt die Zündschutzart „Schutz durch Gehäuse (Ex t)“ zur Anwendung. Damit wird sichergestellt, dass der brennbare Staub die Zündquelle nicht erreicht.
Die maximale Oberflächentemperatur der Außenhülle darf dabei den vorgeschriebenen Grenzwert nicht überschreiten – auch bei höheren Schichtdicken. Steuerungen in dieser Zündschutzart müssen staubdicht (IP 6X) ausgeführt sein, wenn leitfähiger Staub (Gruppe IIIC) vorhanden ist. Innerhalb des Schutzgehäuses können so elektrotechnische Standardkomponenten eingebaut werden.
Die Vielzahl individueller Anforderungen an Steuerungen in Ex-Bereichen und unter rauen Umgebungsbedingungen erfordern unterschiedliche sicherheitstechnische Lösungsansätze. Bartec liefert dafür Ex-konforme und zertifizierte Steuerungstechnik. Je nach technologischen Anforderungen, dem normen-technischen Umfeld und den Einsatzbedingungen wird die passende Zündschutzart oder Kombinationen von Zündschutzarten für die Steuerungslösung gewählt.
* J. Buhn ist Leiter Bartec Safe.t Academy; K. Marth ist Produktmanager Steuerungstechnik bei der Bartec GmbH, Bad Mergentheim.Kontakt: Tel. +49-7931-597-151
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