Katalyse Evonik übernimmt Katalysegeschäft von H.C. Starck

Redakteur: Marion Henig

Evonik Industries hat am 26. Februar das Katalysegeschäft der H.C. Starck GmbH, Goslar, erworben. Know-how und Technologie zur Herstellung und Anwendung der unter der Marke Amperkat vermarkteten Katalysatoren sind damit an Evonik übergegangen. Aber das ist nicht die einzige Akquisition des Industriekonzerns.

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Konzernzentrale von Evonik in Essen (Bild: Evonik Industries)
Konzernzentrale von Evonik in Essen (Bild: Evonik Industries)

Laufenburg, Hanau – H.C. Starck hatte den Verkauf des Geschäftes bereits vor längerer Zeit angekündigt, da die Katalysatoren nicht mehr zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören. Evonik hingegen ergänzt mit der Übernahme das eigene Portfolio um aktivierte Metallkatalysatoren – sogenannte Metallskelett-Katalysatoren und kundenspezifisch hergestellte Trägerkatalysatoren. Das Geschäft der H.C. Starck-Gruppe mit Katalysatorvorstoffen auf Basis von Wolfram, Molybdän, Tantal, Niob und Rhenium bleibt von diesem Verkauf unberührt.

Spezialisierte Verfahren für das Katalysatoren-Design

Evonik wird die Marke Amperkat im Rahmen einer Lizenzvereinbarung für einen begrenzten Zeitraum weiter nutzen. Es handelt sich überwiegend um aktivierte Nickelkatalysatoren. Sie kommen in der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie sowie in der Fein- und Industriechemie zum Einsatz, um zum Beispiel selektiv Pharmawirkstoffe, Süßstoffe oder auch Ausgangsprodukte für Polyurethane für die Baustoff- oder Automobilindustrie herzustellen.

„Katalysatoren sind keine Produkte von der Stange, sondern müssen für jede einzelne Synthese speziell angepasst werden“, so Dr. Wilfried Eul, Leiter des Geschäftsgebiets Catalysts von Evonik. „Mit den Technologien von H.C. Starck haben wir nun zusätzliche Instrumente, um den optimalen Katalysator für eine Reaktion zu produzieren.“ Mit dem neu erworbenen Geschäft ist Evonik in der Lage, aktivierte Metallkatalysatoren auch auf Basis von Sprühlegierungen oder in Tablettenform produzieren – beides sind spezialisierte Verfahren, die weitere Freiheitsgrade beim Design von leistungsfähigen Katalysatoren bieten.

Produktion zieht ohne Mitarbeiter um

H.C. Starck hat diese Produkte bislang an seinem Standort Laufenburg/Baden-Württemberg hergestellt. Diese Anlage wird für eine Übergangszeit noch genutzt, bevor Evonik die Produktion an seinen Standort Hanau verlagern wird. Die in der Kat-Anlage beschäftigen acht Mitarbeiter werden nach Auslaufen der Kat-Produktion in Laufenburg laut Unternehmensaussage in anderen Bereichen des Standortes beschäftigt.

Weitere Investition in High Performance Polymers-Geschäft

Evonik Industries hat zudem zum 1. März das Londoner Unternehmen Membrane Extraction Technology (MET) übernommen. Die Übernahme soll das Geschäft der P84-Fasern sowie der Hochleistungskunststoffe von Evonik stärken. Nach Aussage von Dr. Joachim Leluschko, Leiter des Geschäftsgebiets High Performance Polymers, bedeutet die Investition einen großen Schritt für den weiteren Ausbau des High Performance Polymers-Geschäfts und dessen Aufwertung durch führende Technologien in naher und ferner Zukunft: „Wir rechnen mit einer rasch wachsenden Nachfrage nach energie- und umweltfreundlichen Lösungen wie membrangestützten Technologien. Die firmeneigene Technologie von MET ergänzt die Verfahrenskompetenz und globale Marktpräsenz von Evonik hervorragend und festigt unseren Zugang zu diesem attraktiven Markt.“

Ausschlaggebend zur Übernahme war aber auch das Argument "Ressourceneffizienz", wie Professor Andrew Livingston, CEO Membrane Extraction Technology, ergänzt: „Die Synergien zwischen MET und Evonik machen diese Transaktion absolut überzeugend.“ Die membrangestützte Technologie des Startup-Unternehmens MET, die sich auf ein breites Spektrum chemischer Prozesse anwenden lässt, soll die Produktreinigung nun erheblich vereinfachen und im Vergleich zu thermischen Trennverfahren substanziell Energiekosten einsparen.

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