Die Planung und Umsetzung hoch spezialisierter Produktionsanlagen für die pharmazeutische und chemische Industrie. ist die Kernkompetenz des Tiroler Unternehmens Spiegltec. Wie sich das Unternehmen in den letzten 25 Jahren entwickelt hat.
CC2 Zellkulturanlage: Bufferhold Zellkultur
(Bild: Spiegltec)
Gerade in den letzten Jahren haben die Herausforderungen im Gesundheitsbereich spürbar zugenommen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung zeigt sich einmal mehr, wie wichtig Forschung und die Entwicklung neuer Medizinprodukte für Gesellschaft und Wirtschaft sind. Um kontinuierliches Wachstum und Fortschritt in diesem attraktiven Wirtschaftszweig zu sichern, braucht es neben pharmazeutischer Kompetenz auch Expert*innen, die sich mit der Konzeption neuer Forschungszentren und Produktionsstätten befassen. Das Tiroler Unternehmen Spiegltec sieht sich in Österreich als einer der Vorreiter.
EPCM-Projekte für Pharma, Chemie und Life Science
Spiegltec, 1998 gegründet, fokussierte sich zunächst auf Verfahrens- und Gebäudetechnik im Industriebereich. 2015 begann schließlich eine neue Zeitrechnung: Christian Peintner und Martin Seebacher übernahmen die Geschäftsführung, stellten das Unternehmen neu auf konzentrierten sich immer mehr auf umfassende EPCM-Projekte (Engineering Procurement Construction Management) in den Bereichen Pharma, Chemie und Life Science spezialisierte.
Mittlerweile umfasst das Team, eigenen Angaben zufolge, mehr als 250 Mitarbeiter*innen an zahlreichen Standorten u.a. in Wien, Innsbruck und Penzberg (Deutschland). Der Hauptsitz befindet sich im Tiroler Brixlegg.
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Als Kernkompetenzen sieht man neben der Prozess- und Verfahrenstechnik vor allem die technische Gebäudeausrüstung. Darüber hinaus sei das Behörden-Engineering, bei dem man den Auftraggebenden bei allen Einreichungen und Abnahmen unterstützt, zu einem weiteren wichtigen Tätigkeitsbereich geworden. Christian Peintner: „Als Engineering Partner ist der gesamtheitliche Ansatz und ein vollumfassendes Leistungsportfolio wichtig, um ein Projekt als Generalplaner umsetzen zu können. Unsere Kund*innen möchten auf der Gegenseite eine*n Ansprechpartner*in haben, die oder der alle interdisziplinären Teams und unterschiedlichsten Gewerke koordiniert und steuert.“ „Wir nominieren also einen SPOC (single point of contact), der als zentrale koordinierende Stelle für die erfolgreiche Umsetzung des Projekts verantwortlich ist. Es kommt sozusagen alles aus einer Hand“, ergänzt Martin Seebacher.
Verantwortungsbewusstsein und Teamspirit
Dieses Übernehmen von Verantwortung unterscheide das eigentümergeführte Unternehmen auch klar von den ganz Großen der Branche, betonen die Geschäftsführer. „Wir bleiben bis zum Schluss, alle in unserem Team fühlen sich verpflichtet, Projekte bis zum Ende durchzuziehen und diese perfekt zu übergeben. Spiegltec springt nicht im Laufe des Prozesses einfach ab“, beschreibt Peintner die Unternehmensphilosophie und den Leistungsansatz.
Er hebt klare Organisationsstrukturen, einen ausgeprägten Teamspirit und kurze Abstimmungswege hervor, welche die Zusammenarbeit effizient und flexibel machten. Aufgrund des hohen erforderlichen Spezialisierungsgrades würden mehr als 75 Prozent der Leistungen selbst mit fest angestellten Mitarbeiter*innen erbracht. Was nicht hausintern abgewickelt werden könne, werde gemeinsam mit langjährigen Partnerfirmen ausgeführt.
„Es ist schön zu sehen, wohin sich unser Unternehmen in den letzten 25 Jahren bewegt hat. Angefangen von einem kleinen Start-Up in der Verfahrens- und Gebäudetechnik haben wir uns mittlerweile als bedeutender Player für hoch spezialisierte EPCM-Leistungen am europäischen Markt etabliert“, freut sich Seebacher.
Man versuche, mit seinen Standorten und auch persönlich immer ganz nah an den Kund*innen zu sein. Wenn möglich und sinnvoll könne auch Remote gearbeitet werden, aber die Nähe dürfe dadurch nicht verloren gehen. Das unterstütze auch das Einhalten der Lieferzeiten und stelle so den Enderfolg sicher.
Best Practice: Ausbau einer zukunftsweisenden Zellkulturanlage
Kund*innen unterstützt Spiegltec von der ersten Idee an, die Anlagen und das Gebäude in einer mehrstufigen Designphase entworfen. Das Unternehmen erstellt die Ausschreibungen, unterstützt im Procurement mit Vergabeempfehlungen und begleitet Bestellprozesse. In der bauausführenden Phase kommen die Gesamtkoordination der Anlagenerrichtung über alle Baugewerke dazu und federführend das Construction Management, die Qualifizierung bis hin zur Unterstützung des Betreibers bei der Inbetriebnahme der Anlage.
Stand: 08.12.2025
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Von 2019 bis 2021 setzte das Unternehmen auf diese Weise eine zukunftsweisende Zellkulturanlage um und schloss das Projekt erfolgreich in Budget und Termin ab.
Die größte Herausforderung war die Umsetzung einer komplett neuen, erweiterbaren Produktionslinie im Up- und Downstream. Die Neuanlage im Bestand wurde bei parallel laufendem Produktionsbetrieb und Nutzung einzelner Versorgungssysteme wie beispielsweise Reinstmedien umgesetzt. „Wir mussten klare Prioritäten definieren und außerordentlich vorausschauend planen, um diese Aufgaben unter den jeweiligen Vorgaben und Bedingungen aus der Produktion, Qualitätssicherung und dem Engineering sowie in enger Abstimmung mit allen weiteren Projektbeteiligten erfüllen zu können“, erinnert sich Peintner.
Derzeit arbeitet das Projektteam bereits intensiv an der Erweiterung dieser Zellkulturanlage. Sie wird mit einem Zubau und der Erweiterung der Anlage mit Fermentation und Aufarbeitung vergrößert und die Produktionskapazitäten am Standort deutlich gesteigert. Hergestellt werden hier sterile Medikamente auf Zellkulturbasis.
Bei der Errichtung kommen die neuesten Technologien zum Einsatz und neben einer erweiterten, hochautomatisierten Zellkulturproduktionslinie auch sensible Reinräume mit entsprechender Lüftungstechnik. All das erfordert eine exakte, detailgenaue Planung und Wissen am Puls der Zeit.
Expansion im DACH-Raum und Suche nach neuen Mitarbeiter*innen
Angesichts erfolgreicher Aufträge wie diesem und vielfältigen Entwicklungen in der Pharma- und Chemie-Branche blickt das Team von Spiegltec weiter optimistisch in die Zukunft. Neben dem Ausbau der angebotenen Engineering-Leistungen und der Stärkung des Partner-Netzwerkes ist die weitere Expansion im DACH-Raum geplant. Noch in diesem Jahr soll eine Niederlassung in Basel eröffnet werden. Darüber hinaus ist eine weitere Zweigstelle in Ludwigshafen Deutschland geplant. Auch das bestehende Firmengebäude in Brixlegg wird derzeit ausgebaut, um rund 100 neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Für seine ambitionierten Wachstumspläne werden daher laufend neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Dazu engagiert sich das Unternehmen auch aktiv in der Nachwuchsförderung – u.a. mit einer neuen Lehrlings-Offensive sowie Kooperationen und Ausbildungsprogrammen mit Hochschulen. So bietet das Tiroler Unternehmen als Unternehmenspartner des Management Centers Innsbruck, The Entrepreneurial School , das duale Bachelorstudium Smart Building Technologies an.
„Die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für unsere ambitionierten Wachstumspläne. Dabei legen wir großen Wert darauf, uns als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren, der auf die individuellen Bedürfnisse von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eingeht. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung unserer Branche und die heimische Wertschöpfung“, unterstreicht Geschäftsführer Martin Seebacher.